Langenfeld: Kirche soll Heimat, ein Zuhause sein

Langenfeld : Kirche soll Heimat, ein Zuhause sein

Mit einer Foto-Ausstellung beginnen morgen die Veranstaltungen im Jubiläumsjahr: Die evangelische Kirchengemeinde Langenfeld feiert den 100.Geburtstag ihrer Erlöserkirche, die nicht nur protestantisches Wahrzeichen der Stadt, sondern zunehmend auch Kunst-Raum ist.

Mit einer Foto-Ausstellung beginnen morgen die Veranstaltungen im Jubiläumsjahr: Die evangelische Kirchengemeinde Langenfeld feiert den 100. Geburtstag ihrer Erlöserkirche, die nicht nur protestantisches Wahrzeichen der Stadt, sondern zunehmend auch Kunst-Raum ist.

Endlich Ruhe: Wer von der belebten Bundesstraße aus die Erlöserkirche betritt, wird von Stille umfangen. Keine bedrückende, sondern eine andächtige, eine erwartungsvolle Stille — vertieft durch spirituelle Angebote, die auf vielfältige Weise zur Meditation einladen. In diesem Jahr wird der ohnehin nicht gerade dünne Veranstaltungskalender um den ein oder anderen Höhepunkt erweitert, denn das Gebäude wird 100 Jahre alt.

Für viele Langenfelder ist die Erlöserkirche das protestantische Wahrzeichen der Stadt. "Ihr markanter Turm kennzeichnet unser Profil", erklärt Pfarrer Andreas Pasquay, der das Jahresprogramm maßgeblich koordiniert. "Ihr wuchtiger Bau verweist auf die Stärke des Gottvertrauens, das uns immer wieder unsere Lebenswege — aufrecht und klar — gehen lässt. Ihr lichtes und weites Inneres deutet auf einen Grundzug evangelischen Glaubensalltags: Freiheit, in die hinein uns Jesus Christus gerufen hat."

So ist auch der Name der Kirche Programm. "Möge in den kommenden Jahrhunderten eine erlösungsbedürftige Gemeinde (hier) stets finden, was sie sucht: Trost, Frieden, Licht und Kraft durch die Gnade des Herrn", heißt es in der Urkunde, die am 28. Juni 1908 in den Grundstein gelegt wurde. Zwar ist die inhaltsreiche Händel-Arie "Ich weiß, dass mein Erlöser lebt" bereits bei der "Messias"-Aufführung der Kantorei im vergangenen März erklungen, doch dafür steht heuer die Osternachtfeier unter dem Motto "Erlösung pur".

Attraktiv, einladend und vielseitig bietet die Erlöserkirche aus der Sicht von Pfarrer Pasquay "einen geeigneten Raum, den eigenen Glauben zu leben — ohne Enge, ohne Verbiegung und ohne wenn und aber — aber dafür mit viel Lebensfreude". So soll der runde Geburtstag denn auch "ein ganzes langes Jahr lang gefeiert werden: fröhlich — ausgelassen — vergnügt — verrückt — mit großem Ernst — musikalisch — voller Klang — still — schön und schlicht — mit Gospel, Bach und Rock'n'Roll".

Den Auftakt macht morgen der ehemalige Hausherr. Nachdem der langjährige Pfarrer Volker Raettig im Oktober in die Altersteilzeit verabschiedet wurde, hat der begeisterte Fotograf mehr Zeit für sein Hobby. Dass sein bevorzugtes Motiv schon immer die Erlöserkirche war, davon können sich die Gottesdienstbesucher morgen ab 11 Uhr ein Bild machen.

"Die Menschen sollen spüren, dass Kirche ein Zuhause sein kann", ist der Wunsch des Pfarrers i.R., der während seiner Dienstzeit immer wieder selbst Kraft getankt hat im spirituell inspirierenden Raum seiner "geliebten Erlöserkirche". Auch die Gemeindeglieder — 16 000 Protestanten sind es in ganz Langenfeld, etwa 100 besuchen jeden Sonntag die Erlöserkirche — dürfen Wünsche äußern: Beim Neujahrstreff des Bezirks Wiescheid-Immigrath-Mitte am 1. Februar in der Johanneskirche geht es darum, was sich die Gottesdienstbesucher einerseits von und andererseits für die Gemeinde und ihre Erlöserkirche wünschen. Um vielleicht beim großen Jubiläumsfest am 28. November rückblickend festzustellen, was davon (schon) erfüllt wurde.

(RP)
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