Monheim: Kirche muss aktiv werden

Monheim : Kirche muss aktiv werden

Dr. Kurt Arnold Holz ist seit knapp zwei Jahren Vorsitzender des Presbyteriums der evangelischen Kirchengemeinde Monheim, zu der neben Monheim und Baumberg auch Hitdorf gehört. Insgesamt 11 300 Protestanten leben in den vier Bezirken. RP-Mitarbeiter Dorian Audersch sprach mit dem 67-jährigen Historiker über den Reformationstag, die Gemeinde und ihre Perspektiven.

Herr Holz, was bedeutet der Reformationstag für sie?

Holz Zunächst einmal bietet er die Gelegenheit, an die Verbreitung der Thesen Martin Luthers zu erinnern. Der 31. Oktober 1517 kann aus meiner Sicht auch als einer der Startpunkte der Neuzeit gewertet werden. Die Reformation war ein tiefer Einschnitt in die damalige Ordnung von Kirche und Welt. Ich nutze den Jahrestag darüber hinaus, um inne zu halten, den Blick auf die Gegenwart zu schärfen und den Gang der Welt zu reflektieren.

Wie steht es um die Gemeinde in Monheim?

Holz Die Gemeinde ist lebendig. Aber man darf nicht vergessen, dass wir jedes Jahr rund ein Prozent unserer Mitglieder verlieren. Das hat verschiedene Gründe — vom demographischen Wandel, dem Tod, dem Wegzug aus der Gemeinde bis hin zu Austritten, um Kirchensteuer zu sparen. Diese allgemeine Entwicklung ist auch in Monheim zu beobachten. Die Gemeinde wird kleiner, jetzt haben wir nur 3,75 Pfarrstellen statt 4,5 noch vor zwei Jahren. An den vielen sozialen Angeboten in der Gemeinde wie das Mehrgenerationenhaus oder die drei Kindertagesstätten wird sich nach dem heutigen Stand aber nichts ändern.

Was können Presbyterium, Pfarrer und Gemeindeglieder unternehmen, um Kirche attraktiver zu machen?

Holz Man muss die Leute einfach und klar ansprechen, damit auch ohne theologische Vorbildung ein Zugang zur Kirche möglich ist. Die Sprache der Kirche sollte zudem modern, aber nicht modernistisch sein. Wir müssen auch weiterhin die frohen Botschaften, die wir verkünden wollen, unter die Menschen bringen. Damit sind nicht nur Predigten und Gottesdienste gemeint, sondern auch handfeste Taten wie beispielsweise bei unseren großen und kleinen sozialen Projekten. Dann sehen die Menschen, dass Kirche mehr ist, als Gottesdienst und Gebet.

(dora)
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