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Langenfeld: Kiosk-Schütze sagt erstmals aus

Langenfeld : Kiosk-Schütze sagt erstmals aus

Der Wachtmeister musste das Opfer mimen. Er stellte sich gestern vor die Sitzreihe, in der sich der Angeklagte erhoben hatte. Nun sollte Mehmet K. zeigen, wohin er geschossen hatte. Der Richter ließ die fragliche Szene im Saal des Schwurgerichts Düsseldorf nachstellen, wo der Prozess gegen den 47-jährigen Mehmet K. weiterging.

Der Angeklagte soll im Juli vergangenen Jahres auf den 38-jährigen Betreiber einer Baumberger Pizzeria geschossen haben. Der mutmaßliche Täter betrieb einen Kiosk im Einkaufszentrum Holzweg. Das Opfer verkaufte in seiner Pizzeria ebenfalls Getränke außer Haus. Dies führte zu einem Konflikt zwischen den beiden Männern. Eigentlich sollte der Streit bei einem Schlichtungsgespräch in der Wohnung des Hausverwalters beigelegt werden, doch daraus entwickelte sich eine lautstarke Auseinandersetzung. Schließlich griff Mehmet K. zu einer Schusswaffe und feuerte auf den 38-Jährigen. Dieser hat dabei mindestens einen Bauchdurchschuss erlitten.

Gestern redete der Angeklagte zum ersten Mal. Er entschuldigte sich mehrfach bei dem im Gerichtssaal anwesenden Opfer. Die Pistole habe er schon seit vielen Jahren, da er einmal bedroht worden sei. Normalerweise lag die Waffe unter dem Sitz im Auto oder befand sich in einer Schublade in seinem Kiosk. Der Richter wollte gestern herausfinden, warum K. die Waffe mit zu der Besprechung in der Wohnung des Hausverwalters genommen hatte. K. konnte daraufhin keine plausible Antwort geben. Der Prozess wird fortgesetzt.

(RP)