Zugabe Unser Senf Zum Wochenende: Kinderlandverschickung à la Monnem

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Pflicht und Kür - wir kennen das noch vom Eiskunstlauf, damals, als Kati Witt ihre Pirouetten auf dem Eis drehte. Kür, darin ist die Stadt Monheim spitze.

Dank irre hoher Steuereinnahmen leistet sie sich Stadtfeste wie aus 1001 Nacht, eine 30-Millionen-Euro-Stadthalle und etwa ein neues Rathaus-Entree für 1,6 Millionen Euro.

Im Pflichtprogramm läuft es nicht immer rund. So müsste man annehmen, dass eine Kommune, die viele Millionen Euro in den Umbau der Schullandschaft steckt, diesen Wandel so managt, dass die in Auflösung begriffenen Schulen alle verbliebenen Klassen noch zum Abschluss führen können. Doch was etwa in Langenfeld gelingt, geht in Monheim schief. Im ersten Fall vor zwei Jahren wurde noch eine Lösung gefunden, die die Schüler in Monheim belässt. 17 Jugendliche, die auf der Realschule nicht mitkamen, wurden zu Schülern der Langenfelder Felix-Metzmacher-Hauptschule gemacht - dies allerding in einer eigens für sie in Monheim eingerichteten Dependance. Für die letzten Mohikaner der Lise-Meitner-Realschule kommt es dagegen dicke: Die 65 Zehntklässler müssen ab Ende August nach Düsseldorf-Urdenbach, wo sie an der dortigen Theodor-Litt-Realschule ihre Schullaufbahn beenden.

Ausweichen, das müssen seit jetzt einem Jahr auch 80 von insgesamt 110 Kindern der Awo-Kita Grünauer Straße. Wegen eines versicherungsrechtlich ungeklärten Wasserschadens hält die Hängepartie bei der Sanierung an. Für all das gibt es Gründe, und manchmal sind auch Notlösungen das kleinere Übel. Dennoch: Für ein Monheim, das sich "Hauptstadt für Kinder" nennt, ist im Pflichtprogramm noch Luft nach oben.

(RP)