Langenfeld/Monheim: Kinderkleider mieten - Händler sind kritisch

Langenfeld/Monheim: Kinderkleider mieten - Händler sind kritisch

Ein großer Konsumgüterhersteller bietet seit kurzem Kinderkleidung zur Miete an.

In ihrem Geschäft "Gute Kinderstube" in Langenfeld Richrath bietet Ulrike Wilming hochwertige gebrauchte Ware an, neben Kinderwagen und -möbeln vor allem Baby- und Kleinkindmode. "Ich prüfe jedes einzelne Teil auf seinen Zustand, auf Sauberkeit, auf seine Verarbeitung", erklärt die Inhaberin, "hauptsächlich ist es Markenware. Second Hand Discounterware biete ich nicht an". Viele der Kundinnen, so erzählt Ulrike Wilming, würden ausschließlich gebrauchte Ware kaufen. "Ein Grund ist unter anderem, dass die zum Teil enthaltenen Schadstoffe bereits ausgewaschen sind, ein anderer der Umweltschutz,aber natürlich spielt die Preisersparnis eine besondere Rolle."

Eine weitere große Kundengruppe sind die Großeltern, bei denen das Enkelkind vielleicht die Ferienwochen verbringt oder nur sporadisch zu Besuch kommt. "Diese Großeltern wollen dann natürlich ein paar Dinge zuhause haben und greifen besonders gern zur Secondhandware."

Nun also drängt Tchibo mit einem besonderen Angebot auf den (online)-Markt: Kinderkleidung des Herstellers kann ab sofort gemietet werden- eine Kleinkindjacke für etwa fünf Euro im Monat, ein T. Shirt bereits ab 85 Cent. Ab einem bestimmten Betrag entfallen Versandkosten, entstandene Schäden werden nicht kostenpflichtig. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein solches Angebot sich durchsetzt", glaubt Ulrike Wilming, "rechnet man die Monate zusammen, wird es nicht billiger, als wenn man eine Jacke kauft, zudem ist der Aufwand ein recht hoher."

Auch Daniela Prehn vom SKFM in Monheim sieht das ganze eher kritisch. "Viele Familien haben ja mehrere Kinder, die die Sachen hintereinander auftragen. Und wenn man dann noch die Versandkosten sieht, ist das alles gar nicht mehr so günstig." Peter Faßbender, Verkaufsleiter beim SKFM sieht das ähnlich. "Hier zu uns kommen Familien und bezahlen wesentlich weniger für ein Teil und können auch gar nicht mehr bezahlen. Wenn es also nur um Kostenersparnis geht, ist das nicht wirklich günstig." Veronique Höppner- Pawelczyk ist Mutter des dreijährigen Mats. "Ich leihe mir aus Prinzip nicht gerne etwas. Mir ist das unangenehm, wenn dann etwas kaputt geht, daher ist das keine Option für mich." Und eine andere junge Mutter findet: "Wenn die Sachen, wie es hier auf der Seite steht, nach Rückgabe wieder aufbereitet und gereinigt werden, möchte ich nicht wissen, mit was für Chemikalien das vielleicht passiert. Und übrigens: viele der Kleidungsstücke behalte ich einfach gern als Erinnerung. Für mich wäre das nichts."

Ulrike Wilming von der guten Kinderstube hatte bereits die Idee, Kleidung zu vermieten, sie aber schnell wieder verworfen. "Das ist logistisch viel zu aufwendig. Allerdings biete ich Kinderwagen, Türgitter und Reisebetten zur Miete an und das rentiert sich."

(dani)