Langenfeld: Kinder malen ihre Traumwelten

Langenfeld : Kinder malen ihre Traumwelten

Ein Besuch bei Künstler Romain Burgy und seinem Malerei-Workshop im Kunstverein Langenfeld.

Inmitten von farbenfroher, leuchtender Acrylfarbe, langen Holzpinseln und Papptellern zum Farbenmischen lassen Kinder ihrer Fantasie freien Lauf. Sie malten etwa Wasserfälle in türkisfarbenen Blau, Sonnenuntergänge in leuchtendem Gelb und kleine Rehe oder bunte Schlangen. "Das ist meine Traumwelt, weil ich die Tiere und die Natur so mag", erzählt der achtjährige Felix.

Er und fünf weitere Mädchen im Alter zwischen acht und 14 Jahren gestalteten an einem Samstag beim Malerei-Workshop des algerischen Künstlers Romain Burgy im Kunstverein ihr eigenes Bild. Der Kurs mit dem Titel "Traumwelten" passt zur aktuellen Ausstellung "Fiktive Landschaften" von Judith Ganz. Romain Burgy, der im Sommer seine Ausstellung "Stadt-Leben" im Kunstverein zeigte, sagt: "In diesem Workshop können die Kinder machen, was sie wollen. Sie sind frei und dürfen sich künstlerisch austoben."

So zeichneten sie, radierten und probierten sich im Farbenmischen. Als sie einen passenden Ton für ihre Bäume suchten, half Romain Burgy die richtigen Mischtöne zu finden und fragte zunächst: "Was braucht ihr, um ein schönes Braun herzustellen?" Nach kurzer Überlegung antwortete Clara (8): "Braun besteht aus allen Farben, außer natürlich aus Schwarz. Das würde ja alles überdecken."

Und so mischte Felix für die ganze Gruppe ein sattes Dunkelbraun. Doch der Künstler gab weitere Tipps: "Wenn ihr eine Farbe etwas heller wollt, müsst ihr noch ein wenig von der weißen Farbe hinzufügen." Auch regte er die Kinder an, mit anderen Dingen als dem Pinsel zu malen, und erklärte: " Ihr könnt auch mit einem Stück Küchenpapier die Farbe abtupfen oder mit eurem Finger eine Fläche ausmalen." Die Teilnehmer schafften so ihre eigene bunte Welt auf dem Papier. Das Bild von der achtjährigen Kim zeigte einen großen dunkelblauen Wasserfall. "Das ist meine Traumwelt, weil ich mir schon immer vorgestellt habe, einmal in meinem Leben einen Wasserfall zu sehen und darin zu baden", erzählt sie. Auch Felix ist begeistert: "Ich kann einfach meine Fantasie malen, das ist toll."

Gerade in der künstlerischen Freiheit sieht Romain Burgy eine Chance für die Kinder. Er erklärt: "Es geht nicht darum, dass jeder Künstler wird, sondern um die Berührung mit der Kunst und darum, dass Kinder merken, was sie mit ihnen macht." Kinder sollten überhaupt viel mehr künstlerisch gefördert werden. Es sei die Pflicht der Künstler, auf sie zuzugehen und ihnen die Kunst näher zu bringen, da sie Teil unserer Kultur sei.

Auch sei es für Kinder wichtig, sich kreativ und ohne Bewertung entfalten zu können. Außerdem funktioniert Kunst auch ohne Worte. Der Künstler sagt: "Wenn sich Kinder aus aller Welt zum Malen zusammentun, dann braucht man keine Sprache, sondern nur die Malerei, um sich auszudrücken."

(cgw)