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Langenfeld: Keine Ferien für Handwerker

Langenfeld : Keine Ferien für Handwerker

885 000 Euro gibt die Stadt Monheim in diesen Sommerferien für Sanierungsmaßnahmen und Umbauten an ihren Schulgebäuden aus. Ein Viertel der Summe entfällt allein auf die Winrich-von-Kniprode-Schule.

Dieser Stabwechsel vollzieht sich jedes Jahr aufs Neue. Kurz, nachdem die Schüler ihren Schulen erleichtert und erschöpft den Rücken gekehrt haben, machen sich dort die Handwerker breit. 885000 Euro wird die Stadt Monheim in diesem Jahr während der Sommerferien für Umbau- und Sanierungsmaßnahmen an Schulen ausgeben. Allein 275000 Euro investiert die Stadt — nachdem man sich endgültig zu dem Standort bekannt hat — in die Winrich-von-Kniprode-Schule.

Ein Teil der Ausgaben sind als späte Folge der hohen Opferzahl bei der Love-Parade-Panik zu sehen. Daraufhin nämlich hatte die Bezirksregierung die Unteren Bauaufsichtsbehörden angewiesen, die Vorschriften für den Betrieb von Versammlungsstätten konsequent umzusetzen. Daher muss die Turnhalle der Schule, die des öfteren als Aula zweckentfremdet wird, eine Decke aus nicht brennbarem Material und eine weitere Fluchttür erhalten. "Leider merkt man in der Nutzung nichts von den 150000 verbauten Euro", so Michael Lobe vom Gebäudemanagement. Im Untergeschoss der Schule wird ein weiterer Raum für die Ogata hergerichtet. Nach den Sommerferien müssen die Grundschüler auch nicht mehr ihre Ausdauer im Einhalten proben, denn die Toilettenanlagen, die noch aus den 50er Jahren stammen, werden umfassend saniert. Auch die Lehrer, die ihre Notdurft im Keller verrichten mussten, erhalten jetzt neue Anlagen.

Neue Fenster

Am Otto-Hahn-Gymnasium werden in einem zweiten Abschnitt die Fenster zum Berliner Ring erneuert und mit Sonnenschutz versehen (330 000 Euro). Als eine Notmaßnahme müssen die abgängigen Elektrohaupt- und Unterverteilungen ersetzt werden. "Für den heute üblichen, stromintensiven Betrieb von Beamern, Whiteboards und PCs sind sie zu klein dimensioniert", sagt Lobe. Wegen Überlastung liefen sie teilweise so heiß, dass Brandgefahr bestand. Die Stadt werde für die Lehrer, die jetzt , in den Ferien, arbeiten wollen, eine provisorische Stromversorgung einrichten.

In der benachbarten Lise-Meitner-Schule werden — weil dort künftig zunächst zwei Schulen unter einem Dach untergebracht sind — ein zusätzlicher Verwaltungstrakt und ein Ogata-Raum eingerichtet. Für die Eingangsklassen werden traditionell die Klassenräume renoviert. Auch die schon mehrfach geschweißte Eingangstür wird erneuert. "Die Schule hat auch schon das neue Schild bestellt", so Lobe. An der Peter-Ustinov-Gesamtschule wird für den nun dritten Jahrgang mit integrativem Unterricht ein separater Förderraum geschaffen (79 000 Euro). Und auch in der Lerchenschule wird in einer zweiten Stufe für den Ganztag ein Nebenraum von bestehenden Klassenräumen abgetrennt.

Die noch im Haushaltsplan aufgeführte Fassadenerneuerung der Wilhelm-Busch-Sporthalle wird wegen anderer vordringlicher Projekte, wie den Anbau an die Armin-Maiwald-Schule (1,7 Millionen Euro), zurückgestellt. Auch die Erneuerung der Lüftungs- und Heizungsanlage in der Sporthalle der Anton-Schwarz-Hauptschule wird erst einmal auf Eis gelegt, so Lobe. Im Herbst soll die Politik entscheiden, was mit dem Gelände geschehen soll, wenn die Hauptschule im Sommer 2013 umzieht. Ein Abriss ist die wahrscheinlichste Lösung.

(RP)