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Katholiken in Langenfeld feiern ihre Jubelkommunion in der Kirche St. Josef

Langenfeld : Langenfelder feiern ihre Jubelkommunion

Viele Jahrzehnte nach ihrer Erstkommunion feierten Katholiken in der Kirche St. Josef gemeinsam und mit Angehörigen ihr Jubiläum.

Für viele Katholiken ist das Jubiläum ein wichtiger Anlass, sich an die Erstkommunion und die damalige Feier im Familienkreis zu erinnern – ob nun 50, 60 oder 70 Jahre vergangen sind. Die feierliche Messe zur Jubelkommunion brachte jetzt etliche Menschen in der Kirche St. Josef zusammen, die gemeinsam zurückdachten. „Es ist den Leuten wichtig“, weiß Pastor Stephan Weißkopf, der die Messe hielt, „weil sie die Erstkommunion als prägend in ihrem Leben empfunden haben und sich gerne daran erinnern.“

Nicht alle in St. Josef erschienenen Jubilare hatten ihre Erstkommunion vor Jahrzehnten in Langenfeld gefeiert. „Aber eins vereint sie alle“, betont Pastor Weißkopf, „nämlich die Begegnung mit Jesus.“ Das sei für die Menschen wichtig. „Und wir geben dafür den Rahmen.“

Margret Blasberg hat vor 70 Jahren ihre Erstkommunion anderswo gefeiert. „Ich bin im Sauerland geboren und aufgewachsen“, erzählt die 79-Jährige. Seit 40 Jahren lebt sie in Langenfeld. „Zum 60-jährigen Jubiläum habe ich mich noch nicht getraut“, gibt sie zu. Zwar sei sie zur Messe gegangen, aber nicht offiziell als Jubilarin. Doch in den vergangenen zehn Jahren hat sich ihre Meinung geändert. „Wenn die Kirche so etwas anbietet, soll man es auch unterstützen“, meint sie.

An ihre Erstkommunion vier Jahre nach Kriegsende kann sich Margret Blasberg noch gut erinnern. „Es war aufregend“, sagt sie. Das Kleid hatte damals ihre Tante genäht. Und nicht nur das – auch die Schürze, die sie nach der Messe über das kostbare Kleid ziehen musste. „Wir durften den Samstag vor der Kommunion nicht nach draußen, sondern sollten im Haus bleiben, ruhig sein und zur Besinnung kommen“, erinnert sich die 79-Jährige. Ein einziges Geschenk bekam sie. „Eine kleine Armbanduhr.“ Die durfte sie nur sonntags tragen und auch nicht zur Messe. Bescheidenheit war geboten.

Theodor Gerresheim (79) hatte da 1949 weniger Glück mit seinem Geschenk. „Ich habe ein bisschen Geld bekommen“, erzählt er. „Doch ein paar Wochen später kam die Währungsreform und da war alles fort.“ An die Feier selbst kann er sich kaum noch erinnern. „Als junger Mensch stürzte alles auf einen ein. Ich stand zwar im Mittelpunkt, konnte das aber alles gar nicht so richtig begreifen.“ Nur eins weiß er noch genau: „Es war alles nicht so pompös wie heute.“ Lächelnd fügt er hinzu: „Wir hatten ja alle nix.“ Es waren andere Zeiten damals, so kurz nach Kriegsende und ein Jahr nach Langenfelds Stadtwerdung 1948, meint der gebürtige Langenfelder.

Mit der Kommunionkleidung hatten die Jungs weniger Aufwand als die Mädchen. „Wir trugen alle eine kurze Buxe“, meint Theodor Gerresheim lachend. „Damals gab es keine langen Hosen. Egal, ob es Minustemperaturen hatte, bei Wind und Wetter.“ Das war einfach so. Zu den kurzen Hosen kamen die weißen Kniestrümpfe. „Und Mützen, die ein bisschen wie Kapitänsmützen aussahen.“ Das Kommunionsjubiläum zu feiern war Gerresheim wichtig. „Man ist in der Tradition“, betont er, „Großeltern, Eltern.“ Und weil zu einer Jubiläumsfeier nicht nur eine Messe gehört, versammeln sich die Jubilare alle im Pfarrsaal zu einem gemütlichen Beisammensein und um auf das Jubiläum anzustoßen. St. Paulus feiert am 6. Juli ab 17 Uhr Jubelkommunion.