Langenfeld: Kantorin zieht alle Register

Langenfeld : Kantorin zieht alle Register

Kirchenmusikerin Ute Grapentin (57) unterstützt seit 1986 die evangelische Martin-Luther-Gemeinde in Reusrath.

Einige Urgesteine in Langenfeld und Solingen werden es wissen: Der Name Grapentin steht für Kirchenmusik. "Ich bin in einem Kantorenhaushalt aufgewachsen. Das musikalische Talent wurde mir wohl in die Wiege gelegt", erzählt Ute Grapentin (57). Ihr Vater Karl-Heinz Grapentin war selbst zu Lebzeiten ein bekannter Kirchenmusiker in Solingen. Bereits im Alter von zwölf Jahren bekam seine Tochter das Orgelspiel beigebracht. "Schon als Jugendliche spielte ich auf Hochzeiten und Beerdigungen, um mir etwas Taschengeld zu verdienen. Ich machte das gerne, es war eine schöne Abwechslung zum Schulalltag."

Ute Grapentin sich zunächst zur Verkäuferin und Zahnarzthelferin ausbilden, doch dabei schwand nie ihre Liebe zur Musik. "Während der Ausbildung merkte ich, dass es nicht das Richtige für mich ist." Grapentin studierte in Düsseldorf Kirchenmusik und machte im Jahr 1984 ihren Abschluss. "Hätte ich mich nicht für die Musik entschieden, dann wäre ich wohl im medizinischen Bereich tätig oder wäre Kneipenbesitzerin in meiner Geburtsstadt Gelsenkirchen geworden", fügt sie lachend hinzu.

Zwei Jahre später trat sie ihre erste Stelle als Kirchenmusikerin in Reusrath an. Seit 31 Jahren spielt Grapentin auf der Barockorgel in der Martin-Luther-Kirche. "Auf dieser begleite ich unter anderem den Chor oder gebe Konzerte", sagt sie und schaut zu ihrem Instrument. Die Orgel wurde im Jahr 1803 von Köln nach Langenfeld überführt.

Den Schwerpunkt ihrer langjährigen Arbeit bildet jedoch die musikalische Begleitung der Gottesdienste, deren Besucherzahlen gesunken sind. "Das ist sehr schade, denn ich möchte mit meiner Musik die Gemeinde begeistern. An den Festtagen oder zu Konzerten kommen jedoch mehr Menschen in die Kirche. Sie geben mir positive Rückmeldungen und das bestärkt mich in meiner Tätigkeit."

Besondere Freude bereitet der fröhlichen 57-Jährigen die Zusammenarbeit mit Kindern. Im Laufe ihrer beruflichen Laufbahn bot sie Singproben in Schulen sowie Flötenunterricht an. Außerdem führt sie jährlich mit dem Kinderchor Musicals sowie ein Krippenspiel zu Weihnachten auf. "Das musikalische Talent sollte man bereits von Beginn an fördern. Das habe ich selbst in meiner Kindheit erfahren dürfen. Ich lernte zusätzlich Blockflöte, Gitarre und Posaune zu spielen. Meine beiden erwachsenen Kinder sind ebenfalls musikalisch begabt, widmen sich jedoch ihren Berufen", schildert die Kantorin.

Insgesamt macht ihr die Arbeit in der Gemeinde Spaß. "Die Zusammenarbeit funktioniert wunderbar, besonders mit Pfarrer Christof Bleckmann und Pfarrerin Annegret Duffe. Wir alle verstehen uns und haben untereinander ein freundschaftliches Verhältnis."

Auch das Reusrather Pfarrerspaar weiß, was es an der engagierten Kantorin hat. Kürzlich gab Grapentin zusammen mit ihrem Chor ein Konzert. Die Besucher konnten sich Stücke von Johann Sebastian Bach anhören. Der Chor sang kraftvoll und das Publikum war begeistert. Beim anschließenden Grillabend war das Gemeindehaus gut besucht.

In den nächsten Jahren möchte Ute Grapentin weiterhin für die musikalische Gestaltung in der evangelischen Kirchengemeinde sorgen. Wenn alles so wie bisher weitergehe, sei sie zufrieden. "Musik soll Gutes verkünden, den Zuhörern Freude bereiten, sie verbinden sowie inspirieren", sagt die Kirchenmusikerin und freut sich auf die kommenden Herausforderungen und Begegnungen in Langenfeld.

(RP)
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