Monheim: Kanalsanierung lässt Gebühren steigen

Monheim : Kanalsanierung lässt Gebühren steigen

Die Abwassermengen sind gesunken, dafür sind Personalkosten und Verbandsabgaben gestiegen. Das verteuert die Rechnung für die Bürger. Die Gebühren für Straßenreinigung und Müllbeseitigung bleiben stabil.

An den Kriterien der Aktion Ökoprofit des Kreises Mettmann gemessen handelt dieser Betrieb vorbildlich: So hat ein Monheimer Unternehmen seinen Wasserverbrauch im Jahre 2012 um 85 000 Kubikmeter reduziert. Die Kehrseite: Wenn weniger Wasser verbraucht wird, erhöhen sich insgesamt die Gebühren für die Entwässerung. Die Monheimer Durchschnittsfamilie muss daher im kommenden Jahr 49,50 Euro (8,57 Prozent) mehr dafür zahlen. Trotz der minimalen Senkungen bei den Straßenreinigungs- und den Abfallgebühren steigt die Gebührenbelastung insgesamt um 46 Euro.

Die Gründe: Zum einen muss die Stadt für die Bewältigung ihrer anstehenden Kanalsanierungsprojekte zusätzliches Personal einstellen. Derzeit ist die auf drei Jahre befristete Stelle eines Bauingenieurs mit dem Schwerpunkt Siedlungswasserwirtschaft ausgeschrieben.

Außerdem erhöht sich der Beitrag, den die Stadt für die Abwasserbeseitigung an den Bergisch-Rheinischen Wasserverband zahlen muss, auf 2 403 573 Euro, das sind 86 491 Euro mehr als 2012. Bei der Niederschlagswasserabgabe erhöht sich der anrechenbare Anteil um 62 000 Euro. "Die Abgaben hängen einfach vom Finanzbedarf des Verbandes ab, der wird errechnet und auf alle Mitgliedsstädte umgelegt", sagt Manfred Hein, für die Gebührenkalkulation zuständig. Mit einem sparsamen Wasserverbrauch könne man die Abwassergebühren nicht positiv beeinflussen, weil in der Kalkulation die Fixkosten für den Betrieb der Anlagen ein Hauptkostenblock sind. "Wenn sich bei der Division nur der Teiler verringert, wird zwangsläufig der Quotient größer." Und während Hein in diesem Jahr Überdeckungen aus den Vorjahren von 395 000 Euro an die Gebührenzahler weitergeben konnte, ist das 2014 nicht der Fall.

Schließlich hat das Unternehmen, das neuerdings sein Brauchwasser selber aufbereitet und wieder dem Kreislauf zuführt, eine deutliche Steigerung der Schmutzwassergebühren bewirkt.

Hein hofft aber, im laufenden Gebührenjahr eine Überdeckung erwirtschaften zu können. "Der lang anhaltende heiße Sommer hat die Wasserverbräuche deutlich steigen lassen: Die Leute haben viel mehr ihre Gärten bewässert und geduscht."

Die Kosten für die Entsorgung des Hausmülls von Familie Muster bleiben indessen gleich. Seit 1. Juli 2013 werden Rest-, Bioabfälle, Altpapier und Elektroschrott von der Firma Awista Logistik GmbH abgefahren, die als Subunternehmerin der eigentlichen Vertragspartnerin Sita West unterwegs ist. Die leicht gestiegenen Unternehmerkosten und die vermehrten Einsätze des Betriebshofes in den städtischen Grünanlagen – für die Rechnungen gestellt werden – kann die Stadt mit einer Überdeckung aus dem Jahre 2010 ausgleichen.

Die Straßenreinigungsgebühren sinken 2014 zwar um 15 Prozent, dies macht in Münzform aber gerade mal 3,10 Euro für Familie Muster aus. Das als Sackgasse ausgebaute Teilstück der Straße Am Schellberg von Hausnummer 29/39 bis 40/48 soll den Anliegern zur Reinigung übertragen werden, schlägt die Verwaltung vor.

(RP)
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