Monheim: Kälte-Handwerk ist heiß auf Azubis

Monheim: Kälte-Handwerk ist heiß auf Azubis

Die Monheimer Firma Hamm Energietechnische Anlagen GmbH hat von der Arbeitsagentur das Ausbildungszertifikat 2018 bekommen.

Kälteanlagenbauer ist ein sperriger Begriff für einen Ausbildungsberuf. Er ist selten. Entsprechend schwierig ist es, Azubis dafür zu finden. Der Monheimer Firma Hamm Energietechnische Anlagen GmbH gelingt das regelmäßig. Dafür gab es jetzt das Ausbildungszertifikat der Agentur für Arbeit.

"Die Firma Hamm ist seit mehr als 30 Jahren in Sachen Kälte unterwegs", sagt Wolfgang Mai, Geschäftsführer Operativ bei der Arbeitsagentur. "Das Kältehandwerk ist speziell. Die Anforderungen sind hoch und vielschichtig. Deshalb benötigen Auszubildende umso mehr Unterstützung. Und die bekommen sie bei Hamm", lobt er das Unternehmen. Mai und seine Kollegen haben auch gleich drei potenzielle Azubis mitgebracht. Sie besuchen am Berufskolleg Hilden die zwölfte Klasse in der Fachrichtung Metall-Mechatroniker. "Das klingt sehr interessant und allroundermäßig", sagen Tim Lange, Georg Meyer und Kevin Rittner (alle 18). Sie freuen sich über eine Einladung von Kundendienstleiter Benjamin Kicklitz, den Betrieb kurz zu erkunden.

Das Berufsbild Kälteanlagenbauer umfasst die Betreuung von Kälteanlagen rund um die Uhr. "Das kann die Großküche eines Unternehmens sein oder der Operationssaal eines Krankenhauses. Kühlung wird in der Pharmaindustrie benötigt, in Chemiebetrieben - eben überall dort, wo Räume gekühlt werden müssen. Dafür sind wir deutschlandweit unterwegs", sagt Corinna Hamm, Prokuristin des Familienunternehmens.

37 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen mit Sitz Am Wald. Vier Azubis durchlaufen gerade ihre Lehrzeit von dreienhalb Jahren. Für das nächste Ausbildungsjahr hat Corinna Hamm schon zwei neue Azubis gefunden. "Wir können aber noch mehr ausbilden", sagt sie.

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Die Chancen auf Übernahme sind bei Hamm groß. "Wir bilden für den eigenen Bedarf aus", sagt die Prokuristin. Denn angesichts des allgegenwärtigen Fachkräftemangels sei es schwierig, geeignetes Personal zu finden. "Deshalb unterstützen wir unsere Auszubildenden, wo wir können."

Bisher hat die Firma in Eigenregie dafür gesorgt, dass Wissenlücken etwa in Chemie, Physik oder Mathe ausgeglichen werden können. Jetzt hat die Arbeitsagentur sie auf die Möglichkeiten des Gemeinschaftsprojekts "Bildung hoch drei" hingewiesen. An dem Projekt ist auch Monheim mit der ehemaligen Jugendwerkstatt beteiligt, so dass Nachhilfe bei Bedarf am Ort geleistet werden kann.

"Manpower" und Wissen sind die wichtigsten Güter des Unternehmens. "Wir planen, installieren und warten die Anlagen", sagt Kicklitz. Die benötigten Komponenten werden bestellt, so dass am Standort Monheim lediglich Büros und Lagerflächen sind. Sollte Expansionsbedarf bestehen, hat Estelle Dageroth von der städtischen Wirtschaftsförderung bereits Unterstützung zugesagt. "Wir werden etwas finden", sagt sie und lobt die "tolle Arbeit" des Unternehmens. Sie erinnert an die Auszeichnung, die Hamm 2015 für den Stand auf der Berufs- und Orientierungsbörse (Bob) in Langenfeld bekam.

(og)