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#diesejungenleute: Jungpolitiker twittern gegen Jugend-Diskriminierung

#diesejungenleute : Jungpolitiker twittern gegen Jugend-Diskriminierung

#diesejungenleute heißt der Hashtag, unter dem derzeit über den Umgang mit besonders jungen Politikern debattiert wird. Sie berichten, wie häufig sie in ihrem Beruf einfach nicht ernst genommen werden - wegen ihres jugendlichen Alters.

Junge Politik in Deutschland hat einen neuen Namen: Kevin. Seit der Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert (28) ins Rampenlicht getreten ist, treibt er nicht nur den Vorsitzenden seiner Mutterpartei SPD, Martin Schulz (62), vor sich her. Es ist auch eine Debatte entbrannt darüber, wie etablierte Politiker, Journalisten und andere, die schon etwas länger auf der Welt sind, mit Kevin und Co. umgehen. Der Anlass: Vorige Woche bei Maybritt Illner (ZDF) sprach die Mehrheit der anderen Talkgäste mehr über den jungen Kevin als mit ihm.

Im Kurznachrichtendienst Twitter reihen sich zahlreiche Erlebnisse von Jungpolitikern (Gemeinderat bis Bund) aneinander, die vom Gefühl erzählen, von Älteren nicht ernst genommen zu werden. #diesejungenleute heißt der Hashtag, unter dem sich auch Moritz Körner (27), seit einem dreiviertel Jahr FDP-Landtagsabgeordner aus Langenfeld, zu Wort gemeldet hat. Sein Nicht-ernst-genommen-werden-Moment: "Wenn der Kollege in der ersten Ausschussitzung nicht mit dir, sondern mit deinem Referenten spricht, weil der älter ist. #diesejungenleute"

Körners Landtagskollegin Sarah Philipp (34, Duiburg, SPD) twittert: "Der Klassiker, aber zum Glück auch die Ausnahme: 'Und für welchen Abgeordneten arbeiten Sie?' 'Ähm, ich bin die Abgeordnete.' #diesejungenleute #ltnrw".

Lisa Pientak, geborene Riedel, Vorsitzende der Peto-Mehrheitsfraktion im Monheimer Stadtrat, hat bis Donnerstag noch nicht getwittert, kann aber ebenfalls ein Lied über besagtes Gefühl singen: "Als ich 2004 als frischgebackene Abiturientin neu im Rat war, hörte ich Ältere schon mal von der 'kleinen Riedel' reden." Dabei ist sie gar nicht klein, sondern misst 1,68 Meter. Mittlerweile hat die "Jugendpartei" Peto ihre sieben Ratsmandate von damals fast vervierfacht. Und doch, sagt Juristin Pientak: "Manchmal habe ich das Gefühl, dass einige im Rat nicht mitbekommen haben, dass ich inzwischen 33 und Mutter einer fünfjährigen Tochter bin."