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Langenfeld/Monheim: Junges Räuber-Duo muss hinter Gitter

Langenfeld/Monheim : Junges Räuber-Duo muss hinter Gitter

Innerhalb von drei Tagen verübte ein brutales Räuber-Duo im März zwei hinterhältige Angriffe auf Autofahrer. Bei der ersten Attacke in Langenfeld waren die beiden 20-jährigen Monheimer noch leer ausgegangen. Bei der 76-jährigen Bewohnerin eines Seniorenheims in Monheim kamen sie kurz danach zum Ziel, erbeuteten den Kleinwagen der Rentnerin – und fuhren das Auto auf der Flucht vor der Polizei zu Schrott. Dafür verurteilte das Düsseldorfer Jugendgericht gestern beide zu mehrjährigen Haftstrafen.

Nach einem Theaterbesuch war die alte Dame spätabends mit ihrem Wagen in das Heim zurückgekehrt, wo sie in betreutem Wohnen lebt. Was sie nicht ahnte: Am Parkplatz vor dem Heim lauerten die mehrfach wegen Gewaltdelikten vorbestraften Männer auf ein geeignetes Opfer. Kaum am Parkplatz angekommen, wurde die Rentnerin von beiden aus ihrem Auto gerissen und zu Boden geprügelt. Mit dem erbeuteten Autoschlüssel flüchteten die Täter dann im VW-Fox der 76-Jährigen. Und hätte das erheblich verletzte Opfer nicht rechtzeitig die Beine eingezogen, dann wären die Täter beim Losfahren noch über ihr Opfer drüber gerollt. 13 Wochen klagte die alte Dame danach über Schmerzen, musste sich in Psychotherapie begeben – und traut sich bis heute nicht mehr, selbstständig Auto zu fahren. Nach einer wilden Verfolgungsjagd bis in den Düsseldorfer Süden konnte das Duo dann gestellt werden. Der Kleinwagen war Schrott. Das gaben beide 20-Jährige gestern in der Gerichtsverhandlung zu. Eingeräumt haben sie auch, dass sie nur Tage zuvor in Langenfeld bereits einem anderen Autofahrer beim Abstellen seines Wagens die Fahrzeugschlüssel samt Auto mit vorgehaltenem Messer wegnehmen wollten. Dieser Mann hat sich aber gewehrt, hat einem der Täter ins Gesicht gehauen, dem anderen mit einer Aktentasche das Messer weggeschlagen.

"Er ist seit seinem vierten Lebensjahr auffällig und hat die letzte Zeit überwiegend in Haft verbracht", skizzierte ein Jugendhelfer die Entwicklung eines Täters. Dieser wurde zuletzt zu drei Jahren Jugendhaft verurteilt. Die Strafe haben die Richter gestern auf fünf Jahre Jugendstrafe aufgestockt. Auch der andere hatte wegen Gewaltdelikten bereits eine Jugendstrafe von drei Jahren und neun Monaten kassiert. Für ihn erhöhten die Richter die Haftzeit um weitere drei Jahre auf jetzt sechs Jahre und neun Monate. Die Staatsanwältin hatte noch weit höhere Gesamtstrafen von bis zu siebeneinhalb Jahren Jugendstrafe gefordert.

(RP)