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Monheim: Jugendtreff zieht ins Café "Gänseliesel"

Monheim : Jugendtreff zieht ins Café "Gänseliesel"

Mehr als zehn Jahre lang fordern, planen und diskutieren Jugendliche die Einrichtung eines Schülercafés. Nun wird das Projekt wohl endlich realisiert – im Herzen der Altstadt.

Mehr als zehn Jahre lang fordern, planen und diskutieren Jugendliche die Einrichtung eines Schülercafés. Nun wird das Projekt wohl endlich realisiert — im Herzen der Altstadt.

Der Wunsch nach einem Schülercafé in Monheim ist fast so alt wie das Jugendparlament, das seit rund 14 Jahren die Interessen von Heranwachsenden im Stadtgebiet vertritt. Nun scheint das lang ersehnte Projekt konkrete Formen anzunehmen. Im Jugendhilfeausschuss stellten fünf Schüler des Otto-Hahn-Gymnasiums (OHG), der Peter-Ustinov-Gesamtschule (PUG) und der Junior Management School (JMS) ihren Plan für das Jugendcafé vor. Sie wollen die Gaststätte für Heranwachsende in Eigenregie führen. Die "Schülerfirma" hat dafür bereits erste Ansätze eines Betreiberkonzepts erarbeitet. Ein Standort ist ebenfalls schon gefunden: Im mittlerweile seit Monaten geschlossenen Café "Gänseliesel" gleich neben dem "Spielmann" soll der Treffpunkt entstehen.

"Der Laden steht leer und die Mietkonditionen sind gut", meint Gymnasiast Till Eulenberg. Der 15-Jährige ist Teil des Teams, das sich in den letzten Wochen intensiv mit den Plänen befasst hat. Eine ungenutzte Gaststätte für das Konzept zu wählen, hält er für die ideale Lösung: "Die Lage mitten in der Altstadt ist attraktiv, und Infrastruktur sowie Innenausstattung sind bereits vorhanden. Viel besser geht es nicht." Als alternativer Standort in Frage kam demnach eine ebenfalls leerstehende Kneipe an der Krummstraße, die aber von den Schülern als "zu rustikal" abgelehnt wurde. Eine weitere Option wäre das ehemalige China-Restaurant im Rathauscenter an der Heinestraße gewesen, doch dort wären die Kosten für eine Renovierung zu hoch gewesen. Die Wiederbelebung des ehemaligen Cafés hätte zudem einen weiteren positiven Nebenaspekt: Es wäre ein Impuls zur Revitalisierung der Altstadt insgesamt — ein Ziel, das ebenfalls schon seit Jahren auf der politischen Agenda steht.

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In monatlichen Treffen hat das Organisationsteam die wichtigsten Details besprochen und geplant. Trotzdem sind noch einige Fragen offen. Um diese Lücken im Konzept zu schließen, haben die Schüler eine Umfrage über Facebook durchgeführt, an der immerhin 230 Jugendliche aus Monheim teilgenommen haben. Die Ergebnisse sollen dabei helfen "das Konzept weiter zu entwickeln", wie die Gesamtschülerin Stefanie Zener den Ausschussmitgliedern erklärte. "Wir wollen bis Ende Juni einen Finanzplan aufstellen, Werbeaktionen planen und Detailfragen klären", betont die 16-Jährige. Am Wichtigsten seien dabei die in der Umfrage geäußerten Wünsche der Schüler.

Die Jugendlichen stehen bei der Organisation und Planung des lang ersehnten Treffpunkts nicht alleine da. Das Jugendamt gibt entsprechende Hilfestellungen — ebenso wie Imke Wieboldt von der in der Marienburg ansässigen JMS. Darüber hinaus hatte die Politik bereits 25 000 Euro als "Starthilfe" bewilligt — und einen jährlichen Zuschuss zu den Betriebskosten von etwa 20 000 Euro. Das ist sicherlich viel Geld für ein hauptsächlich von Jugendlichen geplantes und organisiertes Konzept. Die Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses Lisa Pientak (Peto) fand nur lobende Worte für die selbstbewussten und engagierten Schüler. Sie sei "beeindruckt" von der Präsentation, meinte die Ratsfrau. Jugendamtsleiterin Annette Berg verkündete zudem, dass die Unterschrift unter dem Pachtvertrag am 24. April erfolgen wird.

"Seit Jahren wird das Projekt Jugendcafé von Jugendparlament vorangetrieben und jetzt wird es endlich realisiert", freute sich Berg. Wann genau Jugendliche aus dem Stadtgebiet in "ihrem" Café entspannt treffen können, steht indes noch nicht fest. Wenn das derzeitige Tempo beibehalten wird, könnte es bereits im Herbst so weit sein.

(dora)