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Monheim: Jugendliche fordern freien Netzzugang

Monheim : Jugendliche fordern freien Netzzugang

Im Monheimer "Rheincafé" können Schüler im Internet surfen. Das Jugendparlament wünscht sich weitere Zugänge.

Die Jugendparlamentarier der Stadt Monheim können einen ersten Erfolg verbuchen: Ein Internetzugang — gratis für Nutzer — macht das Surfen im neuen Monheimer Rheincafé möglich. "Wir sind einfach sehr viel im Internet und halten so Kontakt zu Freunden", sagt Malte Franke (15) vom Jugendparlament (Jupa) über seine Generation. "Das mit dem Internet im Rheincafé soll aber erst der Anfang werden."

Das Jupa setzt sich aus jeweils acht Mädchen und Jungen zusammen, die sich an den Monheimer Schulen zur Wahl stellen. Einmal im Monat treffen sich die Gewählten und diskutieren über aktuelle Probleme und organisieren Projekte. "Es soll eine Art Schnittstelle von Politik und Jugend sein", erklärt Dirk Schier (33). Zusammen mit seiner Kollegin Eva Heggemann vom städtischen Jugendamt betreut er die Jungparlamentarier.

Zwei Mitglieder des JuPa sitzen im Jugendhilfeausschuss der Stadt, bei der sie als beratende Mitglieder voll integriert sind. Außerdem sind sie in der Spielplatzkommission und dem Arbeitskreis Kriminalprävention vertreten. "Es geht darum, der Jugend eine Stimme zu geben", sagt Malte Franke.

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Der Schüler ist bereits in seiner zweiten Amtsperiode — und dieses Jahr der Vorsitzende des JuPa. "Viele Dinge aus der Politik betreffen uns ja auch", begründet er sein Engagement. Ähnlich geht es auch Nicole Maas (16), die zum ersten Mal dabei ist. "Das Angebot der Stadt, mitzureden, ist doch toll", lobt die Schülerin. "Hier können wir zeigen, dass wir Jugendliche mehr können und verantwortungsvoller sind als unser Ruf." Das eher schlechte Bild Jugendlicher in der Öffentlichkeit sei für sie ein Grund gewesen, sich zur Wahl zu stellen.

Befürworten würden die Jupa-Mitglieder auch die regelmäßig von der Politik diskutierte Absenkung des Wahlalters. "Ich denke, dass besonders durch den leichteren Zugang zu Medien viele von uns schon früh genug eine eigene Meinung haben. Ab 16 auch den Bundestag zu wählen wäre völlig okay." Einmischen wollen sich die Nachwuchspolitiker vor allem in Belangen, die sie direkt betreffen. Dazu zählt neben mehr Freizeitveranstaltungen für Jugendliche und besseren Bolz- und Spielplätzen vor allem "freies Internet" in der Monheimer Stadtmitte. "Wir haben uns mit diesem Ziel wählen lassen, und natürlich wollen wir jetzt auch versuchen, es zu verwirklichen." Unmöglich scheint das ambitionierte Vorhaben auf jeden Fall nicht, wie das Rheincafé beweist. Auch Dirk Schier glaubt, dass die Forderungen der Jugendlichen eine Chance haben. "Früher ist das Jugendcafé am Geld gescheitert", weiß der Jugendamtsmitarbeiter. "Heute rückt so etwas in den Bereich des Möglichen. Die Technologisierung geht sowieso immer weiter." Schritt für Schritt will das Jupa jetzt für weitere Internetzugänge werben. "Manchmal kann es natürlich etwas dauern, aber wir werden geduldig dranbleiben", versichert Malte Franke.

(jim)