Langenfeld: Jobbörse zeigt den richtigen Dreh

Langenfeld: Jobbörse zeigt den richtigen Dreh

Mehr als 2500 Jugendliche informieren sich in Langenfeld über Lehrstellen und Studium.

Großen Zulauf hatte gestern die Berufsorientierungsbörse (BOB) in der Stadthalle. Fast 120 Aussteller präsentierten sich mit mehr als 180 Ausbildungsberufen. 2500 Schüler aus Langenfeld, Monheim, Opladen und Leichlingen schauten sich an den Ständen um. Viele von ihnen nutzten die Gelegenheit, um erste Kontakte mit Unternehmen zu knüpfen. Gastronomie, Pflege, Industrie, Technik, diverse Studienmöglichkeiten: Gar nicht so einfach, bei dieser Masse an Ständen den Überblick zu behalten, befanden Sophie (14) und Marie (15) von der Langenfelder Bettine-von-Arnim-Schule. Die beiden Gesamtschülerinnen waren zum ersten Mal auf der Börse. "Ich finde es schon sehr hilfreich, dass man sich hier über unterschiedliche Berufe informieren kann", sagte Marie. Sie interessiert sich eigentlich für Medizin, steht aber auch anderen Berufsfeldern offen gegenüber.

Sophie hingegen würde später gerne zur Bundespolizei: "Bei mir in der Familie sind einige bei der Polizei und ich finde den Beruf sehr interessant." Um sich ein besseres Bild von den Aufgaben eines Bundespolizisten zu verschaffen und zu erfahren, welche Voraussetzungen für eine entsprechende Ausbildung zu erfüllen sind, hatte sie sich für den Experten-Vortrag angemeldet. Mit mehr als 150 Anmeldungen war dieser Vortrag der diesjährige Spitzenreiter unter den 28 Fachvorträgen diverser Berufsgruppen, sagte Hans-Dieter Clauser, Vorsitzender und Gründer des Vereins BOBplus.

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Entsprechend voll war es im Flügelsaal, als der Krefelder Armin Roggon von seinem Berufsalltag als Bundespolizist erzählte. "Wenn ihr euch für den Beruf interessiert, braucht ihr keine Angst zu haben, in Deutschland Polizist zu werden. Die Sicherheitslage ist hier noch gut", sagte er, nachdem er die Aufgabenfelder im Grenzschutz und der Terrorabwehr vorgestellt hatte. Ein dickes Fell müssten angehende Bundespolizisten schon haben, "denn man lernt die Schmuddelseite einer Gesellschaft kennen". Wer diesen Beruf ergreifen wolle, müsse sich gut auf die Aufnahmeprüfung vorbereiten, besonders sportlich und sprachlich. "Die Hälfte aller Bewerber fahren schon nach 30 Minuten wieder nach Hause, weil sie beim Diktat durchfallen." Niklas (15) nahm mit, "worauf ich mich konzentrieren muss, wenn ich meinen Traum verwirklichen will". In der Schule wolle er sich weiter anstrengen, zudem jetzt sportlich trainieren. Denn Niklas will zur GSG9, einer Spezialeinheit der Bundespolizei zur Bekämpfung von organisierter Kriminalität und Terrorismus.

Leonie (14) und Altina (16) interessierten sich ebenfalls für den Polizeiberuf - indes beim Land. "Ich würde gerne Zollbeamtin werden", sagte Altina, die sich bei Polizist Marten Harms informierte. Die Hinweise hätten sie weiter motiviert, an ihrem Ziel festzuhalten, meinte Leonie. Nicht nur für Schüler lohne sich ein Besuch der BOB, berichtete Melanie Morawietz. Die Ausbilderin der Gastro-Kette L'Osteria war zum dritten Mal dabei. Einige ihrer Auszubildenden hatte sie bei der BOB kennengelernt. "Das ist mit Abstand die beste Recruiting-Messe in der ganzen Region."

(seg)
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