Monheim: Investor will Tiefgarage am Rhein endlich bauen

Monheim : Investor will Tiefgarage am Rhein endlich bauen

VIP Home errichtet an der Klappertorstraße in Baumberg insgesamt sechs freistehende und fünf Doppelhäuser.

Bei Stadtplaner Thomas Waters reißt langsam der Geduldsfaden. Der Investor des Bauprojektes an der Klappertorstraße hatte für Oktober 2018 angekündigt, dass dann die vertraglich geforderte Tiefgarage für die 16 Wohneinheiten zumindest im Rohbau fertig sein sollte. Dann hatte er der Stadt im März zugesichert, dass er nach Ostern mit dem Bau beginnen würde. Bisher sieht man keine Bautätigkeit. Dabei hatte die Bezirksregierung Düsseldorf ihre wasserrechtliche Genehmigung für das Bauvorhaben im Überschwemmungsgebiet des Rheins davon abhängig gemacht, dass die den Häusern vorgelagerte Tiefgarage im Hochwasserfall geflutet werde. „Der Bau der Tiefgarage ist auch im städtebaulichen Vertrag mit der VIP Home GmbH verankert“, betont Waters. Er werde dem Investor jetzt eine weitere Frist setzen. „Sie müssen den Vertrag einhalten. Koste es, was es wolle.“ Andernfalls werde man die Angelegenheit juristisch klären lassen.

Die separate Baugenehmigung für die Tiefgarage liegt nach Angaben von Claudia Jung, Abteilungsleiterin Bauaufsicht, schon seit Jahren vor. Sie habe aber auch keine Handhabe, den Bau zu erzwingen, weil sie einen öffentlichen Auftrag wahrnehme, der von dem privatrechtlichen Vertrag zu trennen sei. So hätten die einzelnen Bauherren einen Anspruch, dass ihr fertiggestelltes Haus am Ende abgenommen werde.

„Die Stadt ist dem Investor auf den Leim gegangen“, meint Frank Ruchay, der direkt auf dem angrenzenden Grundstück wohnt. Er hat die Sorge, dass die Tiefgarage „gar nicht mehr kommt“ und die neuen Bewohner und ihre Gäste den öffentlichen Parkplatz am Aalschokkermuseum in Beschlag nehmen werden. Ihn ärgert, dass die Stadt dem Investor, der das Projekt von dem glücklosen Düsseldorfer Projektentwickler übernommen hatte, eine dichtere Bebauung des Grundstücks zugestanden habe. Tatsächlich hatte sie ihm ein weiteres Baufeld im Norden des Grundstücks eingeräumt, dort, wo ursprünglich Stellplätze vorgesehen waren. Begründung: Wegen der geplanten Tiefgarage seien diese ja nicht mehr nötig. „Die Anwohner fühlen sich getäuscht“, so Ruchay.

„Wir haben doch schon mit der Suchschachtung für die Fundamente angefangen“, entgegnet Olaf Elker, Geschäftsführer der VIP Home GmbH. Schließlich müsse die Mauer ja stehenbleiben und man müsse auf ein dort verlegtes Glasfaserkabel Rücksicht nehmen. „Wir bauen jetzt“, verspricht er. Es sei logistisch nicht möglich gewesen, die Tiefgarage vor den Häusern in der ersten Reihe zu errichten, weil dann die Andienung nicht funktioniert hätte.

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