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Monheim: Innogy: Mieterbund ärgert sich über Erstattung in Raten

Monheim : Innogy: Mieterbund ärgert sich über Erstattung in Raten

Seit vielen Jahren beklagen Mieter im Berliner Viertel überhöhte Heizkosten.

Dr. Norbert Friedrich frohlockt. Die Erkenntnis des Bundeskartellamtes, dass auch die RWE Energiedienstleistungen GmbH über Jahre ihre Fernwärme-Kunden - auch in Monheim - übervorteilt hat, sprich überhöhte Preise berechnet hat, entspricht auch den jahrelangen Beobachtungen des Mieterbundes. "Jetzt ist klar, dass wir nicht gesponnen haben." Über Jahre hatten sich unzählige Bewohner des Berliner Viertels wegen der hohen Heizkosten hilfesuchend an den Mieterbund gewandt. "Niemand konnte diese Heizkostenabrechnungen lesen, die waren völlig verschaltet und verzwickt", erklärt Friedrich.

Und obwohl die Stadt Monheim auch dieses Problem mit Hilfe ihres energetischen Quartiersanierungskonzeptes hatte in Angriff nehmen wollen, habe man sich am Ende darauf geeinigt, dass die hohen Kosten auf das Fehlverhalten der Mieter zurückzuführen seien, kritisiert Friedrich. In regelmäßigen Abständen habe die Stadt daher Schulungen angeboten.

Eine Frechheit findet der Vorsitzende des Mieterbundes, dass Innogy als Nachfolgeunternehmen die Erstattungen in zwei Tranchen bis 2018 leisten will. "Mit ihren Kunden hatte die RWE nie so viel Geduld." Der individuelle Verbrauch spielt natürlich auch eine Rolle, aber es laufe für jeden der 30.000 betroffenen Haushalte auf einen niedrigen dreistelligen Betrag hinaus, der jeweils mit der Jahresabrechnung für 2017 und 2018 zurückerstattet werde, erklärt Innogy-Sprecher Klaus Schultebraucks. Er stellt klar, dass es sich bei den Erstattungszusagen um einen Vergleich handele. Die "missbräuchlichen Preiserhöhungen" seien nicht offiziell festgestellt worden und die Preise seit 2013 seien gar nicht beanstandet worden.

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Friedrich, der selbst von 1988 bis 2006 im Viertel gewohnt hat, beklagt, dass der Fernwärmelieferant RWE seine Monopolstellung schamlos ausgenutzt hat. Die LEG habe einem damals mit dem Mietvertrag den Wärmeliefervertrag mit Esso-Favorit zugesandt. "Man hatte gar keine andere Möglichkeit, von einem alternativen Anbieter Heizwärme zu beziehen."

(RP)