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Langenfeld/Monheim: Infrarot-Bilder offenbaren Wärme-Lecks

Langenfeld/Monheim : Infrarot-Bilder offenbaren Wärme-Lecks

Wer den nächsten Winter von zu Hause aussperren möchte, sollte jetzt die ersten Schritte zu einer energetischen Sanierung tun. Wenn es draußen frostig ist, lassen sich Kältebrücken besonders gut aufspüren – per Wärmebildkamera.

Wer den nächsten Winter von zu Hause aussperren möchte, sollte jetzt die ersten Schritte zu einer energetischen Sanierung tun. Wenn es draußen frostig ist, lassen sich Kältebrücken besonders gut aufspüren — per Wärmebildkamera.

 Ingenieur Burghard Knoll mit seiner Spezialkamera, die Wärme-Lecks an Häusern aufdeckt.
Ingenieur Burghard Knoll mit seiner Spezialkamera, die Wärme-Lecks an Häusern aufdeckt. Foto: Matzerath, Ralph

Burghard Knoll fotografiert am liebsten bei Dunkelheit. Jedenfalls dann, wenn es um aktuelle Aufträge der Verbraucherzentrale Langenfeld geht. Erst am Freitagabend war der Ingenieur in Monheim unterwegs, um mit seiner Infrarotkamera insgesamt fünf Wohnhäuser abzulichten.

Die Eigentümer fassen eine energetische Sanierung ins Auge und wollen wissen, wo unterm Dach bis hinunter zum Keller es mit der Wärmedämmung nicht mehr weit her ist. "Um möglichst präzise und unverfälschte Ergebnisse zu bekommen, nutze ich die Dunkelheit", sagt Knoll.

Klassische "Problemzonen" seien Anschlüsse des Mauerwerks, etwa von Geschoss- oder Kellerdecken an Außenwänden. Diese Lecks werden auf den Aufnahmen, die der Fachmann mit der Wärmebildkamera macht, durch mehr oder weniger breites Rot sichtbar.

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Hand in Hand mit der Thermografie, wie das Verfahren genannt wird, sollte eine Energieberatung gehen. Dies empfehlen neben der Verbraucherzentrale auch die Stadtwerke Langenfeld. "Die Thermografie dient der Sichtbarmachung thermischer Schwachstellen der Gebäudehülle", erklärt Energieberater Reinhard Weiß. Die Diagnose nutze aber wenig, wenn nicht die richtigen Folgerungen gezogen würden. Deshalb sollten sich Hauseigentümer von Fachleuten erläutern lassen, welche baulichen Maßnahmen sinnvoll sind.

Nicht immer aber muss eine thermografische Untersuchung zu einer Sanierung führen. Das zeigt das Beispiel von Alfons Breit aus Langenfeld. Der Rentner wohnt in einem Berghausener Reihenendhaus, Baujahr 1961. Weil die Giebelwand immer nass gewesen war, verkleidete er vor rund 30 Jahren die Fassade der Immobilie mit Steinwolle und Eternit. Offenbar mit ziemlich nachhaltigem Erfolg. Denn als er sich vor zwei Jahren an einer Thermografie-Aktion der Stadtwerke beteiligte, wurden ihm allenfalls behutsame Sanierungsvorschläge unterbreitet: "Dämmung nicht verkleideter Wände, gegebenenfalls Erneuerung von Fenstern". Die Energiekennzahl, die Quadratmeterzahl und Kilowattstundenverbrauch ins Verhältnis setzt, liegt mit 111 bei Breit im befriedigenden Bereich.

Zunächst, erzählt Breit, hätten die Befunde ihn ratlos zurückgelassen. Deshalb habe er sich im Kundenzentrum der Stadtwerke alles von Reinhard Weiß erklären lassen. Auch an Heizungsnischen und Rolladenkästen entweiche häufig Wärme, weiß Breit jetzt. Im Wohnbereich hält bei ihm ein Thermostat die Temperatur bei rund 20 Grad. Sei das nicht behaglich genug, könne man ja eine Jacke anziehen, da ist er alte Schule. Ein anderer Berater habe zu den Notwendigkeiten einer Sanierung einen weiteren Aspekt ins Spiel gebracht, erzählt der Rentner mit einem Lächeln: "Das Alter der Bewohner. Man muss sich ja irgendwann fragen, ob sich das noch lohnt."

(maxl)