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In Langenfeld und Monheim steigen 2019 Gebühren für Müllabfuhr und Abwasser

Langenfeld/Monheim : Gebühren steigen in beiden Städten

In Langenfeld und Monheim müssen sich die Bürger im nächsten Jahr auf Gebührensteigerungen bei Müll und Abwasser einstellen.

Wie die unten stehende Grafik zeigt, soll eine vierköpfige Musterfamilie in Monheim 2019 nach den noch zu beschließenden neuen Gebührensätzen mit errechneten 826,11 Euro unterm Strich 31,91 Euro mehr zahlen als in diesem Jahr. In Langenfeld erhöhen sich die Ausgaben solch einer Musterfamilie um 6,91 auf 677,18 Euro. Diese Änderung haben die Stadtpolitiker am Dienstagabend im Langenfelder Haupt- und Finanzausschuss ohne Gegenstimmen befürwortet. In Monheim beraten die Parteien hierüber am 29. November (siehe Infobox).

Die Annahmen für die vierköpfigen Musterfamilien unterscheiden sich leicht. Langenfeld: 60-Liter-Restmüllcontainer, 200 Kubikmeter Frischwasserverbrauch (Schmutzwasser), 130 Quadratmeter befestigte Fläche (Regenwasser). Monheim: 80 Liter/200 Kubikmeter/115 Grundstücksfläche. Foto: RP-Grafik

In der Langenfelder Ausschusssitzung nannte Stadtkämmerer Thomas Grieger die geplante Verteuerung für die Bürger „minimal“. Auf einen Antrag der SPD hin musste er die Gebührenansätze indes noch einmal leicht senken. Deren Ratsherr Jens Bosbach hatte bemängelt, dass der so genannte kalkulatorische Zinssatz zur Abschreibung der Entsorgungsinvestitionen den von der Gemeindeprüfungsanstalt NRW genannten Richtwert übersteige. „Wenn es in Anbetracht der hohen Wohnungsmieten für uns eine Stellschraube zur Entlastung von Bürgern gibt, dann sollten wir diese auch nutzen.“ Auch Jürgen Brüne (CDU) pochte auf die Einhaltung des Richtwerts, widersprach aber der SPD-Forderung, den kalkulatorischen Zinssatz zu Lasten des städtischen Haushalts und zu Gunsten der Gebührenzahler noch weiter zu verringern.

Laut Steueramtsleiter Andreas Scholz bleiben die Abfallgebühren vor allem wegen der Entsorgungskosten stabil. „Das Entgelt für die Verbrennung bleibt 2019 mit 135 Euro je Tonne ebenso unverändert wie das für die Kompostierung von Grünstoffen mit 47,60 und für Bioabfälle mit 104,70 Euro je Tonne.“ Für die Gebührenkalkulation sei Scholz von folgenden Jahresmengen ausgegangen: 11.800 Tonnen Restmüll, 2200 Tonnen Sperrmüll, 3800 Tonnen Grünstoffe sowie 200 Tonnen Bioabfall.

Die unterm Strich für Langenfelder Bürger steigenden Abwassergebühren begründete Scholz mit höheren Personalkosten durch zwei zusätzliche Stellen und gestiegene Beiträge an den Bergisch-Rheinischen Wasserverband. Beim Regenwasser seien indes die Kosten der Kanalunterhaltung und entsprechend 2019 auch die Gebühren etwas niedriger als in diesem Jahr.

In Monheim sollen sich im kommenden Jahr nach der Verwaltungsvorlage die Abwassergebühren für die vierköpfige Musterfamilie um 33,80 auf 703,15 Euro erhöhen. Nach Angaben von Baubereichsleiter Andreas Apsel sind sowohl die Personalkosten als auch die Aufwendungen für die Kanalunterhaltung gestiegen. Auch die Neubautätigkeit in Monheim wirke sich aus. „Insbesondere im gewerblichen Bereich steigen die Wasserverbräuche leicht an.“ Die durch die Gebühren zu deckenden Kosten belaufen sich laut Apsel bei der Schmutzwasserbeseitigung auf jährlich 5,5 Millionen Euro, beim Regenwasser auf 3,55 Millionen (alle privaten Grundstücke) beziehungsweise 1,89 Millionen (öffentliche Flächen).

Anders als in Langenfeld sollen sich in Monheim die Abfallgebühren für die Musterfamilie verringern. Zudem wird laut Apsel die kürzlich vom Stadtrat beschlossene Reinigung der Biotonnen ab 2019 in die Satzung aufgenommen.