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In Langenfeld setzt das Offene Trauer-Cafe in St. Josef und Martin seine Arbeit fort

In Langenfeld : Neustart im Trauer-Café in St. Josef und Martin

Die Corona-Pandemie hat die Arbeit des Trauer-Cafés im Gemeindezentrum Ankerplatz neben der St- Josef-Kirche in Langenfeld lange unmöglich gemacht. Nach zwei Zwangspausen ist am Sonntag nun Neustart.

„Wir sind bald endlich wieder für die trauernden Menschen zu erreichen“, freut sich Barbara Wortberg, die Ansprechpartnerin für das Trauer-Café im Gemeindezentrum Ankerplatz neben der St- Josef-Kirche. Fachlich ausgebildeten Ehrenamtler bieten Menschen, die um einen Verlust trauern, vertrauensvolle Gespräche in einer entspannten Umgebung an.

Das Trauer-Café erlebte infolge der Corona-Pandemie seit 17 Monaten eine Art Achterbahnfahrt. Begonnen werden sollte bereits im April 2020, nach der ersten Welle der Krankheit startete das sofort gut angenommene Angebot dann erst im September 2020. Schon zwei Monate später ließen die aktualisierten Corona-Regelungen die Hilfe jedoch nicht mehr zu. Die Wiederaufnahme der Trauerbegleitung im Mai/Juni dieses Jahres zeigte, so Barbara Wortberg, dass Betroffene noch immer verunsichert sind, ob und unter welchen Vorgaben die Gespräche stattfinden. Unter Beachtung der 3G-Regel beginnt der nunmehr dritte Neustart am Sonntag, wie immer von 16 bis 18 Uhr. „Aller guten Dinge sind drei“, schmunzelt Notfallseelsorger Guido Boes, der zu den Initiatoren der Idee gehörte.

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In unserer Gesellschaft sind Tod und Trauer weitgehend tabuisiert. Wie können Betroffene im privaten und im öffentlichen Raum angemessen trauern? „In dieser Situation kann es hilfreich sein, im Austausch mit anderen nach Antworten auf Fragen zu suchen, die mit dem Verlust einer intensiven menschlichen Verbindung einhergehen“, beschreibt Kerstin Janowitz-Lein den gedanklichen Ansatz. „Wir geben den Betroffenen die Möglichkeit, sich nicht allein, unverstanden und isoliert zu fühlen“, ergänzt Sabine Ißling. Die beiden Damen sind ausgebildete Bestattungsbeauftragte und knüpfen oft bei Beerdigungen einen ersten Kontakt zu Hinterbliebenen. „Es geht darum, Verluste aller Art zu verarbeiten“, ergänzte Barbara Wortberg und fügt hinzu: „Trauer betrifft nicht nur Witwen oder Witwer. Die Trauer ist weitreichender, umfasst alle Lebenssituationen, es gibt keinen Zeitplan, keine Altersvorgabe“. Im Ankerplatz möchte das Team jeden ersten Sonntag im Monat von 16 bis 18 Uhr einen ungezwungenen Rahmen schaffen: „Wir geben Raum für Austausch, Zuhören oder stilles Dasein“.