In Langenfeld gibt es Verbesserungsbedarf beim ÖPNV

ÖPNV in den Außenbezirken mangelhaft : Sammeltaxis reichen den Bürgern nicht

Der öffentliche Personennahverkehr in den Langenfelder Außenbezirken bleibt ein Problem.

Die Mobilitätswende setzt  ein verbessertes ÖPNV-Angebot voraus, vor allem, um die Außenbezirke besser an die City anzubinden. Bereits der Nahverkehrsplan des Kreises aus dem Jahr 2014 testierte für Reusrath und Wiescheid „mittleren“ Handlungsbedarf, weil „weniger als 90 Prozent der Einwohner“ angebunden seien. Auch in Wiescheid klagen Anwohner über die ungünstige Taktung der Linie 791 abends und am Wochenende.

Im Bauausschuss forderte die BGL im Januar eine Verbesserung der ÖPNV-Anbindung Reusraths, Anfang Oktober folgte ein ähnlicher Antrag für Feldhausen. Die Verwaltung soll prüfen, ob Anrufsammeltaxis möglich sind und darauf drängen, dass die Taktung der Linie 791 verbessert wird. BGL-Ratsmitglied Andreas Menzel bemängelte sowohl den nach 19 Uhr geltenden Stunden-Takt ab Schneiderstraße als auch die letzte Fahrt an Wochentagen um 23 Uhr. Menzel hofft auf eine dauerhafte Lösung, beispielsweise einen Stadtbus, der regelmäßig die entlegenen Ecken anfährt. Anruf-Sammeltaxis nutzen bisher schon die Mehlbrucher, weil die Linie 232 nur an der Haltestelle Gieslenberg-Kirche und nur während der Schulzeiten morgens und mittags hält. Im Fahrplan wird auf das Sammeltaxi hingewiesen. Die Nutzung des Sammeltaxis ist ungefähr gleichbleibend. Es sind „20 bis 30 Fahrten im Monat“,  so die Wupsi, die diese Fahrten mit der Stadt Langenfeld abrechnet. Wer in die Stadt fahren will, ruft 30 Minuten vorher an, geht zur Haltestelle und wird für vier Euro pro Person gefahren, aber: nur bis zu einer der Haltestellen der Linie 232, längstens bis zur Turnerstraße. Aus der Stadt zurück funktioniere das genauso. „Das System hat Mängel“, sagt eine Anwohnerin der Rheindorfer Straße. Die ältere Dame (71) muss regelmäßig zu ihren Ärzten in Reusrath. Mit dem Sammeltaxi könne sie aber nicht den kurzen Weg fahren, sondern müsse bis zum Stadtgarten, um dann in die Linie 231 Richtung Opladen umzusteigen. Außerdem ist sie unsicher, ob sie im Bedarfsfall ein Taxi bekommt.

„Auch Alt-Berghausen bedarf einer besseren Anbindung“,  ergänzt Baudezernent Ulrich Beul. Zu dem Schluss kommt auch das Düsseldorfer Fachbüro PTV, das die ersten Analysen zum Mobilitätskonzept vorstellte. .„Ob sich daraus ein Stadtbus oder auch neue Linien zwischen den einzelnen Stadtteilen ergeben, bleibt den politischen Entscheidungen überlassen“, so Beul.