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In der Prismaschule in Langenfeld erklären Experten ihre Berufe

Langenfeld : Prismaschule: Experten erklären Berufe

Beim Markt der Möglichkeiten erzählt Cordula Vis-Paulus den Achtklässlern der Gesamtschule aus ihrem Berufsalltag als Beraterin im Bereich Altersvorsorge.

Die Altersvorsorge betrifft jeden. Die Frage, wie man als Rentner mit dem Altersruhegeld den Lebensstandard halten kann, ist in Deutschland seit Jahren nicht mehr leicht zu beantworten. Das ist eines der Themen, die die Expertin für betriebliche Altersversorgung, Cordula Vis-Paulus, den Schülern der Prismaschule zu ihrem Beruf erklärt. Sie ist eine der Referentinnen beim „Markt der Möglichkeiten“ an der Gesamtschule. Zum vierten Mal erhalten Schüler Informationen zu verschiedenen Berufsfeldern.

Das Projekt wird von Kay Bollig organisiert. Der Sport- und Englischlehrer ist auch Studien- und Berufswahlkoordinator und hält die Präsentationen der Berufe für äußerst wichtig: „Die Schüler setzen sich meist zu spät mit der Frage auseinander, was sie später mal werden wollen. Es verstreicht wichtige Zeit und oftmals auch die Möglichkeit, den Wunschberuf zu ergreifen. Man muss deshalb schon in den achten Klassen damit anfangen, sie auf die Berufswelt vorzubereiten“. Er möchte den Schülern aber nicht die Entscheidung abnehmen: „Wir wollen vermitteln, dass sie selbst die Wahl haben. Die Zahl der Auszubildenden und Abiturienten teilt sich nach dem Abschluss in jeweils fünfzig Prozent. Sie sollten die Entscheidung ihres Weges nicht aufgrund zu spät gestellter Fragen treffen müssen“.

Vis-Paulus zeigt den Mädchen und Jungen derweilen auf, worauf man in ihrem Beruf achten muss: Wie funktioniert Altersvorsorge? Was ist der Unterschied zwischen Geld- und Sachwerten? Wie nutze ich Aktien richtig? All das sind Beispiele für Fragen, die sie in ihrem Vortrag beantwortet. Die Schüler werden dabei mit eingebunden. Neben einem Arbeitsblatt mit den grundlegenden Anforderungen an den Beruf bis hin zu Zinsrechnung bearbeiten die Jugendlichen Aufgaben und schlüpfen auch in die Rolle des Rentenkasseneinzahlers und des Rentners. So lernen die Schüler beide Seiten kennen.

Sie ist überzeugt, dass ihre Worte bei den jungen Leuten ankommen: „Nichts ist vergeblich gesprochen. Auch wenn es einige geben mag, die nicht direkt aufmerksam mitmachen, glaube ich, dass sie die Erfahrung mitnehmen. Selbst wenn sie für sich entscheiden können, dass der Beruf nichts für sie ist, habe ich bei der Berufswahl geholfen“.

Erstaunt war die Altersvorsorge-Expertin auch über das Denken der Jugendlichen über die Renten. Diese haben am Anfang der Schulstunde auf Kärtchen ihre Meinung über das Thema geschrieben und bereits fortschrittlich gedacht. sie plädieren für „faire Renten“ und wünschen sich, dass die Rentenauszahlung zum einstigen Einkommen passt.

Bei der Präsentation geholfen hat Michael Becher. Er gehört dem Industrieverein Langenfeld an und hat den Schülern gezeigt, welche Fragen sie sich zu ihrer Berufswahl stellen müssen: „Was macht mir Spaß? Was sind meine Stärken und welche Berufe wird es langfristig geben?“ Becher macht auch deutlich, dass man auf die Erwartungen des Arbeitgebers eingehen muss. Zuverlässigkeit sei besonders wichtig.

Am Ende der Präsentation übergibt Vis-Paulus der Prismaschule noch eine Spendenbox. In diese können alte Handys geworfen werden, die die Telekom zwecks Rohstoffverwertung ankauft. Die Erlöse gehen an die Kinderstiftung „It’s for Kids“. Damit endet nach drei Wochen der „Markt der Möglichkeiten“.

Cordula Vis-Paulus ist übrigens Innovatorin des Jahres und Social Media Queen 2019.