Langenfeld: In der Innenstadt den Frühling erweckt

Langenfeld : In der Innenstadt den Frühling erweckt

Unter dem Motto "Frühlingserwachen" lockte der erste verkaufsoffene Sonntag des Jahres tausende Besucher nach Langenfeld. Dazu gab es Kunsthandwerk in der Stadthalle, Straßenmusik, Fahrradfahren und jede Menge Osterhasen.

Beifall hallt durch die Fußgängerzone. Vor der Markthalle haben such hunderte Menschen versammelt. Sie lauschen den Klängen der Band "Combo Combo", die mit umhängbaren Trommeln, Bass, Gitarre und Megafon aktuelle Hits und Klassiker der Rock- und Popgeschichte nachspielen. Als Bühne nutzen die Straßenmusiker kurzerhand die Skulptur "Stadtzeichen" des Künstlers Otto Herbert Hajek . Die etwas kleineren Besucher tummeln sich derweil um den überlebensgroßen Hasen "Felix". Die beliebte Kinderbuchfigur zieht durch die Straßen und verteilt Süßigkeiten. Der erste verkaufsoffene Sonntag des Jahres steht unter dem Motto "Frühlingserwachen". Tausende Besucher nutzten die Gelegenheit, um mit ihren Familien entspannt durch die City zu bummeln — auch wenn der warme und sonnige "Lenz" wohl noch ein paar Tage auf sich warten lässt.

Inmitten des sonntäglichen Einkaufstrubels fand auch Hase Felix offensichtlich Gefallen an der Musik der Band "Combo Combo". Foto: Ralph Matzerath

Am Stand von Nicole Cramer ist der Frühling hingegen längst erwacht. Die Leichlingerin verkauft farbenfrohe Accessoires, Dekorationsartikel und Blumengestecke. "Das ist alles Handarbeit", antwortet sie auf die Frage eines Kunden. "Ich habe zu Hause eine kleine Werkstatt, in der ich alles selbst herstelle." Die bunte Vielfalt kommt gut an bei den Besuchern des 17. Ostermarkts der Frauen-Union in der Stadthalle. An rund 60 Ständen gibt es kunsthandwerkliche Waren, Blumen oder etwa auch Käsespezialitäten. Nicht alle Aussteller wirtschaften für den eigenen Geldbeutel. Die Monheimerin Ingrid Thumm etwa verkauft selbst gemachte Taschen, Kissen und Tücher, um mit dem Erlös eine Mädchenschule in Indien zu finanzieren. "Jeder Cent fließt eins zu eins in das Projekt", sagt die Kassiererin des Fördervereins Mädchenschule. "Der Unterricht vor Ort ist bereits angelaufen, aber es fehlt noch an vernünftigen sanitären Anlagen und einer kleinen Küche in der Schule. Dafür sammeln wir im Moment."

Um gute Zwecke geht es auch der Frauen-Union der CDU, die den Ostermarkt in der Stadthalle organisiert hatte. Zum einen finanzieren die Christdemokratinnen damit ihre Aktionen und darüber hinaus geht ein Teil des Erlöses an soziale Einrichtungen in Langenfeld. "Mit der Resonanz sind wir sehr zufrieden", meint die Vorsitzende Dr. Hildegard Welfens. "Man merkt den Besuchern an, dass der Frühling vor der Tür steht. Die Leute haben gute Laune und es bleibt immer Zeit für ein kleines Gespräch. Zum Glück sind Frost und Eis so langsam Schnee von gestern."

Wenn Knospen sprießen und die Temperaturen zweistellig werden, startet auch die Hauptsaison für Fahrradfahrer. Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) codiert daher wieder Drahtesel auf dem Marktplatz. Im Mittelpunkt stehen der Schutz vor Langfingern und die Mobilität auf zwei Rädern. Anna Bruker und Fee-Luca Erken nutzen die Gelegenheit, um nebenan eines der "Spaßräder" von Takafumi Ogasawara auszuprobieren. Kichernd drehen die beiden Teenager auf einem ungewöhnlichen Tandem ihre Runden.

Und weil Ostern vor der Tür steht, gibt es im Marktkarree gleich mehrere "Osterhasen" zum Anfassen. Kaninchenzüchter Udo Schwamborn hat ein paar seiner flauschigsten Exemplare mitgebracht, die auf Kinder eine offenbar magische Anziehungskraft ausüben. Besucherin Barbara Völkel ist angetan von den Angeboten in der Innenstadt: "Die Zeit vergeht wie im Flug", meint die Monheimerin. "Es gibt viel zu sehen, zu hören und zu kaufen."

Karsten Mazannek ist mit den Besucherzahlen mehr als zufrieden. "Es ist richtig was los", freut sich der Marktkarree-Manager. "Unsere internen Frequenzmessungen zeigen rund 15 000 Kunden an." Entsprechend zufrieden seien die Händler im Center. Auch bei Friederike Czerwionke ist der Frühling bereits erwacht. "Die Kunden fragen gezielt nach sommerlicher Kleidung", sagt die Inhaberin der Boutique "Rodin" in der Fußgängerzone. "Farbenfroh und leicht soll es sein — kalt und grau war gestern." Einziger Wermutstropfen seien die parkenden Autos vor der Stadthalle, die ihren Eingang beinahe versperren: "Die Aussteller des Ostermarkts könnten ihre Autos problemlos woanders abstellen."

(RP)
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