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Langenfeld/Monheim: Immer mehr Chefinnen im Rathaus

Langenfeld/Monheim : Immer mehr Chefinnen im Rathaus

In den Rathäusern der beiden Städte sitzen weibliche Führungskräfte auf den Posten der Beigeordneten und Bereichsleiter. Auch das Mittelfeld holt auf.

Geht es um das große Einkaufserlebnis oder überragende Kulturangebote, hat die große Schwester Düsseldorf den beiden kleinen Nachbarkommunen Langenfeld und Monheim einiges voraus. Doch bei Frauen, die in der Verwaltung wichtige Positionen besetzen, sieht es ein wenig anders aus. Die Tendenz in diesen beiden Rathäusern ist positiv — darüber sind sich die beiden Gleichstellungsbeauftragten Gisela Herforth (Monheim) und Diana Skrotzki (Langenfeld) einig. "Wir arbeiten weiter daran, die Quote aufzustocken", erklärt Herforth. Beim dritten "Genderranking deutscher Großstädte", das die Heinrich-Böll-Stiftung kürzlich vorlegte, erreichte Düsseldorf unter 79 untersuchten Kommunen mit Platz 36 nur eine mittlere Position.

Anders sieht es in Monheim aus. Blieb die Quote in der Stadtverwaltung bis 2013 nahezu stabil, hat sich dort aber gerade im vergangenen Jahr bei der Frauenförderung viel bewegt, sagt Herforth. Saßen Anfang 2013 im Verwaltungsvorstand sechs Männer und eine Frau, sind es jetzt fünf Männer und zwei Frauen. Nachdem Kämmerer Max Herrmann in den Ruhestand gegangen war, hat Sabine Noll seine Nachfolge angetreten. Soeben legte sie dem Rat ihren ersten Haushalt für das kommende Jahr vor, der am Mittwoch gegen die Stimmen der Grünen verabschiedet worden ist. Seit Nolls Amtsantritt liegt die Quote bei rund 23 Prozent. "Das freut mich", konstatiert Gisela Herforth.

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Und auch in der mittleren Führungsebene (Bereichsleiter) zogen die Frauen nach. Anfang 2013 arbeiteten acht Fachbereichsleiter und eine Leiterin bei der Verwaltung. 2014 sind es sieben Männer und zwei Frauen. Annette Berg ist zuständig für Jugend und Familie, Sonja Baumhauer für das Ressort Bildung und Kultur. Auf Abteilungsleiterebene hat sich die Quote von 20 Prozent Frauenanteil im Jahr 2013 auf 30 Prozent im Jahr 2014 deutlich gesteigert. Intern sind teilweise neue Abteilungen gegründet worden, erläutert Gisela Herforth die Entwicklung. Demnach sind zwölf Leiter und fünf Leiterinnen bei der Stadt beschäftigt. Die Frauen arbeiten im Personalamt (1), im Bereich Kinder, Jugend und Familie (2), in der Bauaufsicht (1) und im Bereich Finanzen (1).

"Und auch zukünftig wird sich viel tun", ist die Gleichstellungsbeauftragte optimistisch." Dazu trage die finanzielle Entwicklung der Stadt am Rhein maßgeblich bei. "Wir können jetzt junges, gut ausgebildetes Personal einstellen", sagt Herforth, darunter sind natürlich auch "taffe Frauen".

Auch ihre Kollegin Diana Skrotzki hebt hervor: "In Langenfeld sieht es mit der Frauenquote im Vergleich gut aus." Sie verweist auf eine geringe Fluktuation und auf zahlreiche Frauen, die bereits ihre Ausbildung im Hause absolviert hätten. Nach und nach seien sie aufgestiegen. Von den sechs Fachbereichsleitungen ist eine weiblich besetzt (16 Prozent). Die Juristin Marion Prell ist Erste Beigeordnete, machte ihr Referendariat in der Langenfelder Verwaltung und wechselte zunächst zum Rechtsamt, bevor sie zur Beigeordneten gewählt wurde.

Neun der 27 Referate werden von Frauen geleitet, das sind 33 Prozent. Auch typische Männerdomänen wie die Wirtschaftsförderung sind inzwischen in weiblicher Hand. Skrotzki: "Darüber freue ich mich sehr." Heike Schönfelder hat dieses Referat erst kürzlich übernommen. Die Leiterin der Volkshochschule, Juliane Kreutzmann, ist schon lange in Amt und Würden. Erst seit zwei Jahren steht Dr. Hella-Sabrina Lange dem Stadtmuseum und -archiv vor. Maike Chmieleski (Referat Soziales) befindet sich gerade in Mutterschutz. Die Diplom-Verwaltungswirtin kommt jedoch bald zurück. Ute Piegeler ist zuständig für Schule und Sport. Martina Seuser führt die Geschicke der Stadtbibliothek. Und Eva Plogsterdt leitet zurzeit das Bürgerbüro.

Schon bei der Lehre werde darauf geachtet, dass Männer und Frauen gleichberechtigt ausgebildet werden, sagt Skrotzki. Wenn Frauen und Männer zusammen arbeiteten, ist nach Herforths Ansicht das Betriebsklima besser. "Das macht die Sache rund."

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(RP)