Monheim: Im Alter die Lebensfreude erhalten

Monheim : Im Alter die Lebensfreude erhalten

Pflege, Sport, Reisen, Altersvorsorge, Bestattung – die zwölfte Seniorenmesse beschäftige sich mit nahezu allen Facetten des Älterwerdens. 1000 Besucher kamen und informierten sich.

Pflege, Sport, Reisen, Altersvorsorge, Bestattung — die zwölfte Seniorenmesse beschäftige sich mit nahezu allen Facetten des Älterwerdens. 1000 Besucher kamen und informierten sich.

Nicole Caninenberg hält eine etwa 1,50 Meter lange Fiberglasstange in der Hand, so dünn wie ein Kugelschreiber. An beiden Enden ist ein kleines Gewicht angebracht. Kleinste Bewegungen versetzen das Sportgerät mit dem Namen "Flexi-Bar" in Schwingung. "Das Ziel ist, diese Bewegung aus eigener Kraft zu erhalten", erklärt die Übungsleiterin der Sportgemeinschaft Monheim (SGM). Das sei vor allem für die Rumpf- und Rückenmuskulatur von Vorteil. "Das Training ist besonders gut für Senioren geeignet", erklärt sie. "Es schont die Gelenke und hilft, die Wirbelsäule zu entlasten."

Die SGM ist einer von rund 40 Ausstellern, die am Sonntag ihre Angebote und Dienstleistungen auf der 12. Seniorenmesse auf dem Gelände der Peter-Ustinov-Gesamtschule präsentierten. Die von Arbeiterwohlfahrt (Awo) und SPD organisierte Messe lockte bei spätsommerlichem Wetter viele Besucher. "Wir sind mit der Resonanz zufrieden", sagt Bernd Bormacher von der Awo. "Es ist uns gelungen, ein breites Spektrum an Themen abzubilden." In diesem Jahr stand die Messe unter dem Motto "Lebensfreude" — und die wird auch im Sport sichtbar. Die SGM hat immer mehr Angebote im Programm, die sich gezielt an Menschen ab Mitte 50 richten. Zumba Gold, Rückenfitness und Gleichgewichtstraining sind nur einige Beispiele. "Der Anteil an Senioren, die Sport machen und fit bleiben wollen, wächst von Jahr zu Jahr", erklärt Karl-Heinz Göbel, Vorsitzender der SGM. "Die Menschen wollen so lange wie möglich beweglich und gesund bleiben."

Am Stand des Aktionsbündnisses Seniorensicherheit (ASS) informierte unter anderem Walter Klomp, wie sich ältere Menschen vor Einbrechern, Taschendieben und Trickbetrügern schützen können. Das von der Kreispolizei initiierte Netzwerk von Senioren, die vor allem Aufklärungsarbeit leisten, stellt die Sicherheit in den Mittelpunkt. "Wir geben Tipps, wie die eigenen vier Wände abgesichert werden können und warnen vor den Methoden etwaiger Betrüger, die Geschäfte an der Haustüre abschließen wollen oder sich als Enkel ausgeben", sagt Klomp.

Ebenfalls um Sicherheit geht es bei den Maltesern, die auf der Messe ihren Hausnotruf vorstellen. Das Prinzip ist relativ einfach. Bei einem Unfall im eigenen Haushalt können Betroffene per Knopfdruck mit der Einsatzzentrale des Hilfsdienstes verbunden werden. Diese verständigt dann sogenannte "Schlüsselpartner", die idealerweise in der Nähe wohnen und nach den Rechten sehen können. Der Alarmknopf sitzt an einem Armband, das ähnlich wie eine Uhr immer am Handgelenk getragen werden sollte — sieben Tage die Woche, 24 Stunden am Tag. Auch Pflege, Bestattung, gesunder Schlaf, Reisen, Patientenverfügung und Vollmachten sind Themen der Messe. "Das ist eine gute Mischung", findet Helga Niemann, "Ich habe viele interessante Gespräche geführt", so die 68-Jährige.

(dora)
Mehr von RP ONLINE