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Langenfeld: Hunde - krank durch Gülle?

Langenfeld : Hunde - krank durch Gülle?

Horst Krings weiß, welche Gefahr auf den Feldern lauern kann. Deshalb nimmt er die Hunde strikt an die Leine, wenn er am Locher Weg in Reusrath unterwegs ist. Dennoch kam es jetzt wieder zu einem Vorfall. "Alle Jahre wieder", sagt Krings und meint das blutige Erbrechen bei der dreijährigen Labradorhündin Cara. Immer im Frühjahr komme das vor.

Sein Dackel Paul renne dann wie wild im Kreis umher. Der Hundehalter denkt, dass diese Krankheitserscheinungen durch ein Düngemittel verursacht werden, das Bauern aufs Feld aufbringen, während er mit den Tieren spazieren geht.

"Es war eine durchsichtige Flüssigkeit, die aus Düsen versprüht wurde", hat Horst Krings beobachtet. Die Hündin Cara stellte er beim Tierarzt vor: "Vergiftungserscheinung" lautete die Diagnose. 200 Euro kostete der medizinische Dienst. Man hätte Reste des Erbrochenen im Labor untersuchen können, aber das wäre Horst Krings zu teuer geworden. "Was sprühen die Bauern auf das Feld?", will der Reusrather jetzt wissen. "Ist das gefährlich für Tiere? Sollten Hundehalter die betreffenden Stellen jetzt lieber meiden?"

Normalerweise nicht, sagt Ursula Jandel von der Landwirtschaftskammer NRW. "Wenn Hund und Herrchen auf den Wegen bleiben, dürfte eigentlich nichts geschehen", erklärt sie. Was die Bauern derzeit aufs Feld bringen, sind in der Regel Wirtschaftsdünger. Dabei handelt es sich um Gülle, also tierischen Kot und Urin, Festmist, Feststoffe aus der Gärungsanlage und getrockneter Hühnermist. "Normalerweise fressen die Hunde das nicht", sagt Ursula Jandel.

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Vermutlich wurden bei dem Düngeprozess, den Hundehalter Krings beobachtet hat, Pflanzenschutzmittel durch einen feinen Sprühnebel versprüht. Dieser Sprühnebel könne unter Umständen für die Tiere, die ihn einatmen, nachteilig sein, räumt die Frau von der Landwirtschaftskammer ein. Aber wenn die Hunde auf den Gehwegen blieben, könne ein Kontakt mit dem Pflanzenschutzmittel kaum vorkommen. "Wir erleben es aber immer wieder, dass Hunde frei übers Feld laufen", gibt Ursula Jandel zu bedenken.

Blutiges Erbrechen bei Hunden kommt immer wieder vor, bestätigt eine Langenfelder Tierarztpraxis. Allerdings konnten die betreffenden Fälle in der jüngsten Vergangenheit nicht mit Vergiftungen in Zusammenhang gebracht werden. Horst Krings kennt jedoch noch einen ähnlichen Fall, bei dem ein Hund, der mit seinem Herrchen unterwegs war, blutig erbrach.

(RP)