Hospizbewegung in Langenfeld und Monheim begleitet Angehörige und Sterbende

Langenfeld/Monheim : So hilft das Team der Hospizbewegung

Im kommenden Jahr feiert die Organisation ihr 25-jähriges Bestehen mit einem Festakt in der Stadthalle.

Einen schwerstkranken Menschen bis zu seinem Ende pflegen – für Angehörige ist das eine kaum alleine zu bewältigende Aufgabe. Aber auch Sterbende quälen sich, haben viele Fragen und sind durch das nahende Ende ihres Lebens verunsichert. Und ist ein Angehöriger oder Freund gestorben, sind die Hinterbliebenen mit ihrer Trauer, Wut und Hilflosigkeit oft alleine. Trauerbegleiterinnen wie Stephanie Hahn bringen Zeit mit, wenn sie in die Familien kommen, oder wenn Angehörige sie aufsuchen. „Diesen Freiraum dürfen die Menschen nutzen“, verspricht die hauptamtliche Mitarbeiterin der Hospizbewegung St. Martin. „Sterben geht uns alle an – es ist ein trauriges, aber wichtiges Thema.“ Stephanie Hahn und den ehrenamtlichen Helfern der Hospizbewegung ist es ein Anliegen, das Leiden vor dem Tod erträglicher zu machen. Doch gebe es auch schöne Momente, die trösteten und Kraft geben, sagt sie.

Tod und Trauer sind jedoch auch fast ein Vierteljahrhundert nach Gründung der Organisation Tabuthemen geblieben. Im kommenden Jahr feiern die hauptamtliche Koordinatiorin Christine Erm, ihr Team und 35 ehrenamtliche Helfer 25-jähriges Bestehen der Hospizbewegung. Als Erm eineinhalb Jahre nach der Gründung dazu kam, engagierten sich 25 Ehrenamtliche und 220 Mitglieder. Jetzt sind es bereits 615 Mitglieder und 35 Ehrenamtliche, überwiegend Frauen. „Wir möchten den Helfer-Kreis gerne auf 40 bis 45 erweitern“, sagt die Koordinatorin. Die Bewegung mit Sitz an der Klosterstraße 34 ist in Langenfeld bekannt und akzeptiert. Seit 2004 gibt es auch in Monheim an der Heinestraße 2 eine Zweigstelle.

Jährlich begleiten die Helfer zwischen 60 und 70 Familien in Abschiedssituationen. „Es ist wichtig, dass Sterbende nicht alleine sind“, sagen Erm und Hahn. Die Helfer stellten sich individuell darauf ein, was die todkranken Menschen, ihre Angehörigen oder Hinterbliebene brauchen. Es gebe kein Patentrezept. Wichtig sei es, Empathie und Liebe zu den Menschen mitzubringen. „Jeder nimmt anders Abschied.“ Als Begleiter müsse man aber lernen, sich von eigenen Vorstellungen zu verabschieden und die Familiensituation unvoreingenommen hinnehmen. „Wir können Menschen nicht verändern“, sagt Hahn. „Wenn Hader da ist, gilt es, das auszuhalten.“ Deshalb sei es wichtig, vorab die eigene Haltung zu überprüfen und zu reflektieren. Wer sich engagieren möchte, belegt einen Hospiz-Grundlagenkurs mit dem Thema „Leben-Krankheit-Sterben-Tod und Trauer“. Der nächste mehrteilige Kurs kostet 120 bzw.. 80 Euro, beginnt am 1. Februar 2020 (bis 4. April) und kann bereits gebucht werden. Eine Anmeldung ist über die Homepage oder telefonisch möglich.

Auf Wunsch gehen Stephanie Hahn und die anderen Helfer auch in Seniorenheime und Krankenhäuser. Kontakte vermittelten beispielsweise die Sozialen Dienste. Die Hospizbewegung vermittelt ebenfalls ganz praktische Hilfsangebote wie beispielsweise Nachtwachen, damit die Angehörigen in Ruhe schlafen können. Sie pflegt auch gute Kontakte zur SAPV (spezialisierte ambulante Palliativ-Versorgung) im Kreis Mettmann. Diese organisiert Pflegebetten und Medikamente. Die Hilfen müssen vom Hausarzt oder dem Krankenhaus verordnet werden. Wird ein Sterbender in ein Hospiz verlegt und es ist über längere Zeit eine Bindung entstanden, begleiten die Ehrenamtlichen ihn auch dort.