Langenfeld/Monheim: Hobbygärtner in Sorge wegen Raupenplage

Langenfeld/Monheim : Hobbygärtner in Sorge wegen Raupenplage

Der aus Ostasien eingewanderte Buchsbaumzünsler frisst Pflanzen kahl. Immer mehr Gartenbesitzer suchen Rat in Fachmärkten.

Gartenbesitzer kennen das: Lange waren sie in diesem Frühjahr zum Nichtstun gezwungen, und jetzt, bei feuchtwarmem Wetter, grünt es auf Teufel komm raus. Doch ausgerechnet der "immergrüne" Buchsbaum macht in diesen Tagen vielen Hobbygärtnern Sorge: Todkrank sieht er mancherorts aus, wie verdorrt, ist mit einem Gespinst überzogen, das schädlichen Befall signalisiert. "Buchsbaumzünsler" heißt das Insekt, das in den vergangenen zwei Wochen fast flächendeckend zum Fraß übergegangen ist.

Gärtnermeister Andreas Klein rät: "Buchsbäume sollten jetzt regelmäßig gründlich untersucht werden.". Foto: Matzerath

"Der Buchsbaumzünsler ist los — und wie", sagt etwa Andreas Klein vom "Berghausener Blumentopf". Nicht bei sich im Laden, doch in wohl tausenden privaten (Vor-)Gärten in Langenfeld und Monheim. Dies ist aus dutzenden Anfragen besorgter Hobbygärtner zu schließen, die den Fachmarkt, weitere Gartenbetriebe und die städtischen Grünämter derzeit täglich erreichen. "Die Larven haben als Eier in den Pflanzen überwintert und fressen sich von innen nach außen. Deshalb werden viele Buchsbaumbesitzer erst dann auf die Raupen aufmerksam, wenn diese bereits die ganze Pflanze geschädigt und mit ihrem markanten Gespinst überzogen haben", weiß Gärtnermeister Klein. Den so malträtierten Buchsbaum retten und vor allem die Falter am Schlüpfen und somit Bevölkern weiterer Gärten hindern kann man laut Klein am besten mit Spritzmitteln. "Zwar lassen sich die Raupen und Puppen auf einzelnen Buchsbäumen auch mit der Hand einsammeln und in der Restmülltonne entsorgen, doch bei größeren Pflanzen und ganzen Hecken wäre der Zeitaufwand hierfür viel zu groß", sagt der Gärtner. Das von ihm empfohlene Mittel ist nach Herstellerangaben biologisch abbaubar. "Die Raupe verendet daran", erklärt Klein. Die Schädlinge sowie abgeschnittene Pflanzenteile extra zu einer Müllverbrennungsanlage zu fahren, wie es mitunter angeraten wird, dies hält der Fachmann für übertrieben.

Armin Dahl, Biologe und Vorstandsmitglied der Biologischen Station Haus Bürgel, lehnt dagegen den Einsatz von Chemie in Hausgärten ab. "Der Buchsbaumzünsler hat sich seit seinem ersten Auftreten in Baumberg vor vier Jahren in der ganzen Region rasant ausgebreitet und wird sich durch nichts aufhalten lassen. Wieviel Gift soll denn noch eingesetzt werden, um ihn zu stoppen?", sagt der Haaner, der kreisweit als "Schmetterlingsexperte" gilt. Sein Rat: Die Leute mögen auf Buchsbäume und erst recht das Versprühen von "Pflanzenschutzmitteln" verzichten: "Das ist angesichts der hohen Vermehrungsrate des Buchsbaumzünslers herausgeschmissenes Geld."

Chemische Keule oder nicht — Fritz-Ulrich Axt vom Grünamt der Stadt Monheim braucht sich mit dieser Frage erst gar nicht zu befassen: "Nach einem Dezernentinnenbeschluss von 1984 dürfen wir solche Mittel als Stadt nicht in den öffentlichen Raum einbringen", sagt der Gärtnermeister. Zum Glück verfüge die Stadt aber auch über keinen nennenswerten Buchsbaumbestand. "Und die beiden etwa 100 Jahre alten Buchsbäume im Marienburgpark sind von einer großblättrigen Sorte, an die der Zünsler nicht rangeht."

Nach eigenen Worten gute Erfahrungen mit dem empfohlenen Spritzmittel gemacht hat Dieter Dahlke (67) aus Baumberg. "Unsere formgeschnittenen Buchsbäume, die vor zwei Jahren erstmals befallen waren, haben sich wieder erholt. Ich habe bereits im Herbst prophylaktisch gespritzt, und anders als unser Nachbar diesmal bislang nur vereinzelt Raupen entdeckt", sagt der Hobbygärtner. Sein Tipp: Die Pflanzen zweimal die Woche auch zwischen den Zweigen kontrollieren, um möglichst früh dem Schädling zu Leibe rücken zu können.

(RP/ac)
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