Monheim: Hilfe, die ankommtEine Art Frühwarnsystem

Monheim : Hilfe, die ankommtEine Art Frühwarnsystem

Andreas B. hat nicht nur Laster ins Rollen gebracht. Der verhaltensauffällige Monheimer Jugendliche, der sich schon als 13-Jähriger hinter die Steuer geklauter Brummis setzte und als Wiederholungstäter einen Polizisten tötete, war der letzte Auslöser für das Monheimer Jugendamt, weg vom „Reparaturbetrieb“ hin zum Ausbau des präventiven Ansatzes zu kommen. Wie erfolgreich das Projekt „Mo.Ki – Monheim für Kinder“ ist, belegen nicht nur die bundesweit eingeheimsten Preise, sondern auch die nackten Zahlen: Während mit den „Hilfen zur Erziehung“ landesweit 46 Prozent aller Kinder stationär betreut werden, sind es in Monheim nur rund 30 Prozent. Zu 70 Prozent wird ambulant gearbeitet, was den Erziehungsberechtigten ebenso hilft wie den Kindern. stm

langenfeld (stm) Seit Juni ist Sabine Burchardt als erste Langenfelder Familienhebamme bei der Stadtverwaltung angestellt. Sie hat bereits an die 200 „Neubürger“ besucht, ihnen ein Geschenkpaket mitgebracht und den jungen Eltern bei Bedarf Hilfe vermittelt.

„Meine Besuche sind auch eine Art Frühwarnsystem“, erklärt die 45-jährige Mutter einer achtjährigen Tochter. Zwar gehe es erst einmal darum, Mütter zum Stillen und zu einer gesunden Lebensweise zu motivieren, aber „ich achte in den Gesprächen auch auf Anzeichen von Risikofaktoren“. Auffällige Erschöpfung, Gereiztheit, eine zugemüllte Wohnung oder – im schlimmsten Fall – Anzeichen von Gewalt seien entsprechende Indikatoren, wo Hilfe Not tue.

(RP)
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