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Langenfeld: Hier steigen Einbrecherbanden ein

Langenfeld : Hier steigen Einbrecherbanden ein

Stadtteile am Ortsrand geraten häufig ins Visier der Täter – aufgrund der Nähe zu den Autobahnen.

Stadtteile am Ortsrand geraten häufig ins Visier der Täter — aufgrund der Nähe zu den Autobahnen.

Sie kommen im Schutz der Dunkelheit, hebeln Terrassentüren oder gekippte Fenster im Erdgeschoss auf und gelangen ins Haus. Wie am Mittwoch Am Kapeller Weg in Wiescheid oder erst kürzlich bei einem Reihenhaus an der Straße Auf dem Kämpchen in Langenfeld geschehen. Nachdem es den unbekannten Tätern dort zunächst nicht gelang, die Haustüre aufzubrechen, wandten sie sich der Rückseite zu.

Durch mehrere Gärten kamen sie auf die Terrasse und drangen ins Haus ein. Einbrecher haben in den Wintermonaten Hochkonjunktur, dann wird es schon früh dunkel, und viele Bewohner sind noch nicht wieder von der Arbeit zurück. Für die Monate Oktober 2012 bis Januar 2013 meldet die Polizei in Langenfeld 60 Einbrüche in Häuser und Wohnungen. In Monheim sind es im selben Zeitraum 32. In Hilden wurden 38 Einbrüche registriert, in Haan 48, davon 15 in Unterhaan, 15 in Mittelhaan, zehn in Haan-Ost und acht in Gruiten.

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Stadtteile am Langenfelder Ortsrand wie Richrath und Langfort scheinen dabei ein wenig stärker im Fokus zu liegen. So wurde dort in den vergangenen Wochen beispielsweise das Karree Am Weißenstein, Zum Stadtbad und Am Stadion mehrfach heimgesucht. Einbrecher schlugen ebenfalls häufiger an der Hildener Straße und der Kaiserstraße zu. Das Berliner Viertel und Baumberg waren in Monheim bevorzugte Ziele der Einbrecher.

Viertel oder Straßenzüge, die besonders häufig betroffen sind, lassen sich aber nach Auskunft von Ulrich Löhe, Sprecher der Kreispolizei in Mettmann, statistisch nicht belegen. Wurde von den Beamten früher jeder Einbruch mit einer Stecknadel auf dem Stadtplan markiert, lasse der Computer eine solche gezielte Auswertung nicht mehr zu.

"Wir meinen aber festzustellen, dass Siedlungen an der Peripherie mit guter Autobahnanbindung verstärkt betroffen sind." Bei den Tätern handele es sich nicht selten um Banden, die über die Fernstraßen an- und abreisten und schnell Beute machen wollten, so die Polizei. Langenfeld sei gleich mit mehreren Autobahnen wie der A 3, der A 59 und der A 542 angebunden und liege folglich aus Sicht der Diebe strategisch günstig.

Zuletzt Mitte Januar war die Polizei in Teilen von Nordrhein-Westfalen mit einer groß angelegten Razzia gegen auswärtige Diebesbanden vorgegangen. In Düsseldorf und im Kölner Raum wurden die Ausfallstraßen kontrolliert, verdächtige Wagen angehalten und durchsucht. Der Kreis Mettmann war bereits Mitte November 2012 an einer solchen Großkontrolle beteiligt. "Wir haben jedoch auch von der jüngsten Aktion profitiert."

Eine Gruppe aus Köln sei mit einem Tresor im Kofferraum erwischt worden, den sie in Erkrath gestohlen hatte, sagte der Sprecher. Dass in den vergangenen Wochen weniger Delikte gemeldet worden sind, führt Löhe auf die Fahndungserfolge zurück. "Wir haben Hinweise, dass Täter festgenommen wurden, die auch bei uns im Kreis Mettmann aktiv gewesen sind."

Nur selten werden sie auf frischer Tat gefasst. Treffe man zufällig auf einen Einbrecher, könne man heimlich die Polizei rufen, rät der Polizeibeamte Frank Bons. Keinesfalls solle man versuchen, ihn selber zu stellen. Einen hohen Stellenwert hat für ihn die Vorbeugung. In Langenfeld scheitert laut Statistik jede zweite Tat. Sicherster Schutz gegen Einbrecher ist es, die eigene Wohnung mit guten Riegeln und geeigneten Türschlössern zu schützen, rät die Polizei. Verzögerungen erhöhten demnach das Entdeckungsrisiko für Einbrecher.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Einbruchsschutz: Tipps von den Polizei-Experten

(RP/rl)