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Langenfeld: Hier finden Menschen Hilfe in der Krise

Langenfeld : Hier finden Menschen Hilfe in der Krise

Die Zentralambulanz der LVR-Klinik liegt zentrumsnah an der Kölner Straße und soll so leicht erreichbar sein.

Wer in Langenfeld in einer psychischen Notlage ambulante oder stationäre Hilfe sucht, dem fällt vermutlich schnell die LVR-Klinik ein, die seit mehr als hundert Jahren auf solche Krankheitsbilder spezialisiert ist. Wer sich von der Innenstadt zu Fuß auf den Weg zur Klinik an der Kölner Straße macht, erreicht den Fußgänger-Zugang zum 2013 eingerichteten Ambulanzzentrum, schon bevor das mächtige historische Verwaltungsgebäude in Sichtweite kommt. Der kurze Weg ist beabsichtigt.

"Wir wollen den Zugang erleichtern", sagt Heike Lützenkirchen, seit rund 20 Jahren Pflegedienstleiterin beim LVR und jetzt in dieser Funktion auch im Pflegedienst für die gemeinsame ambulante Anlaufstelle für psychisch Kranke im Allgemeinen, Migranten und Abhängigkeitserkrankte zuständig.

Mit der gemeinsamen Unterbringung der vorher im Klinikgelände verteilten Ambulanzen im Haus 39 sind viele Verbesserungen für die Patienten — wie ein großer Wartebereich, eine gemeinsame Rezeption und ausreichende Räume für Einzel- und Gruppenangebote — erreicht. Wie die Hildener LVR-Ambulanz am Holterhöfchen ergänzt die unmittelbar im Klinikgelände gelegene Langenfelder Institutsambulanz die spezifischen Behandlungsmöglichkeiten in Krisensituationen. Durch die Nähe zur Klinik kommen häufiger Patienten, die "ins Krankenhaus wollen"; die Hildener Patienten (be)suchen dagegen bewusst (nur) die Ambulanz. Oft gelingt es durch die medizinische und pflegerische Arbeit der Ambulanz, stationäre Behandlungen zu vermeiden, oder stationäre Behandlungen durch eine ambulante Fortsetzung sukzessiv in den Alltag zu überführen.

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"Wir behandeln chronisch kranke Patienten manchmal über Jahrzehnte", berichtet Dr. Robert Franzke, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Es gibt je nach Art, Schwere oder Dauer der Erkrankung nachvollziehbare Gründe, warum Patienten in der Ambulanz eher geholfen werden kann, als in der vom Tagesgeschäft geprägten Praxis eines niedergelassenen Arztes. "Auch die inhaltlichen Angebote für die Patienten können wir im neuen Zentrum besser verzahnen", nennt Robert Franzke einen weiteren Vorteil. Als Beispiel führt er die Laufgruppe an, ein spezielles Langenfelder Angebot, mit denen seelische Ausgeglichenheit und Stabilität, gesundes Selbstbewusstsein (wieder) hergestellt werden sollen. Andere Angebote sind Entspannung, Akupunktur und Gesprächsangebote. "Es geht darum, bei den Klienten/Patienten vorhandene Ressourcen zu aktivieren und die eigenen Stärken wieder wahrzunehmen". Zum Konzept der Institutsambulanzen in Hilden und Langenfeld gehört der regelmäßige monatliche Austausch mit den Stationsärzten des Bettenhauses über die oft gemeinsamen Patienten. Die räumliche Nähe in Langenfeld zwischen Ambulanz und Krankenhaus hat weitere Vorteile: "Unsere Patienten in Krisen können wir oft auf den Stationen begleiten oder sogar dort ein wenig mit betreuen", weiß Heike Lützenkirchen um die Notwendigkeit kontinuierlicher und verlässlicher Behandlungsbeziehungen bei "Menschen mit und in einem sehr wechselvollem Leben".

(mmo)