Monheim: Henkel-Zug bei Hammesfahr

Monheim: Henkel-Zug bei Hammesfahr

Gestern feierten Politiker und Unternehmer Premiere im Rheinpark. Der erste Zug mit Henkel-Produkten rollte in die Halle der Firma Hammesfahr. Auch für die Bahnen der Stadt Monheim ist die Verlagerung auf die Schiene ein Gewinn.

Gestern um 15.02 Uhr war es so weit: Die rote Diesellok "Moritz" der Bahnen der Stadt Monheim durchstößt an der Einfahrt in die Logistikhalle ein riesiges Transparent mit den Logos der Firmen Hammesfahr und Henkel. Zur Freude von drei Kamerateams, vielen Fotografen und 50 Gästen lenkte Zugführer Robin Olbrich die tonnenschwere Lok und vier Waggons in den knapp 3 000 Quadratmeter großen Neubau auf dem Gelände zwischen dem verschneiten Monberg und der Niederstraße.

Sven Hammesfahr, Geschäftsführer und Firmenchef des Logistikdienstleisters, Dr. Stefan Huchler, Leiter der Logistik bei Henkel, und Bürgermeister Daniel Zimmermann (Peto) konnten beobachten, wie die Gabelstapler anrollten, um die ersten Paletten von jährlich rund 86 000 Tonnen Kosmetikprodukten auszuladen. Die Ware reichte von Schwarzkopf-Shampoos bis zu Fa-Duschgels und kommt aus dem bayerischen Henkel-Produktionsstandort Wassertrüdingen, wird von der Bayern-Bahn, einem mittelständischen Logistik-Unternehmen, bis Langenfeld gebracht und dort für die letzten Kilometer von den Bahnen der Stadt Monheim übernommen.

Täglich wird mindestens ein Zug erwartet. In ihren Reden stellten Sven Hammesfahr und Dr. Huchler die Rekordbauzeit von nur vier Monaten heraus und dankten allen Beteiligten, allen voran dem Architekten, dem auf Industriebauten spezialisierten Heinz-Günther Behnke aus Monheim. Neben den bereits weitgehend fertigen neuen Hallen von 2 800 und 4 700 Quadratmetern entsteht unter der Regie Behnkes im dritten Bauabschnitt eine weitere 8 400 Quadratmeter große Halle mit 124 000 Kubikmeter umbautem Raum für ein vollautomatisches Hochregallager, in dem die Paletteninhalte entsprechend ihrer endgültigen Bestimmung umgepackt werden. Auch dafür gibt es ein ambitioniertes Zieldatum: Ende Juni 2010 soll es fertig sein.

Der Dank der Unternehmer galt auch den anwesenden Ratsmitgliedern für die fraktionsübergreifende Unterstützung, "trotz Kommunalwahlkampf und juristischer Gemengelage infolge IMR". Bürgermeister Daniel Zimmermann beglückwünschte Hammesfahr und Henkel zu ihrem Millionen-Invest und dem Bekenntnis zum Standort Monheim. Zimmermann räumte ein, dass "mit dem Projekt die Verwaltung auf Trapp gehalten wurde". Für den Monheimer Verwaltungschef sind vor allen die angekündigten 200 neuen Arbeitsplätze, teilweise auch für Ungelernte, "ein gutes Signal in Zeiten der Kurzarbeit".

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Defizite der BSM gemindert

Zimmermann verhehlt auch nicht seine Genugtuung, dass die nun regelmäßig zu transportierenden Tonnagen das Defizit der Bahnen der Stadt Monheim mindern. In der durch die Verlagerung von Straße auf Schiene eingesparten C02-Emissionen sieht er einen Beweis, dass "trotz des Scheiterns des großen Umweltgipfels kleine positive Signale vor Ort" gegeben werden können.

"Die Schiene hat Zukunft", betonte Sven Hammesfahr, der seit 1987 für die Henkel KG das Kosmetik-Zentrallager betreibt. Er erinnerte noch einmal in einem rückblick an die ersten Überlegungen für das Projekt vor 15 Jahren.

(RP)
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