Monheim: Hegering schneidet Kopfweiden in der Aue

Monheim : Hegering schneidet Kopfweiden in der Aue

Der lokale Zusammenschluss der Jäger kümmert sich auch um die regelmäßige Pflege der Kopfweiden. Jedes Jahr rückt die Gruppe aus und pflegt die für die Auenlandschaft typischen Bäume.

Samstagmorgen, neun Uhr: Lautes Motorsägengeheul schallt über das Wohngebiet in Baumberg nahe der Urdenbacher Kämpe. Etwa 18 Mitglieder des Hegerings Monheim-Baumberg sind auf den Beinen. Mit Sägen und Astschneidern sind die Jäger in der Auenlandschaft angerückt. Sie wollen Kopfweiden schneiden. "Jedes Jahr, etwa zu dieser Zeit, treffen wir uns hier zu einem geselligen Arbeiten", sagt Hegeringleiterin Sabine Hallmich-Kober. Erstmalig mit dabei ist auch der Deutsch-Kurzhaar Welpe Zack. Noch ist er klein. Aus ihm soll einmal ein Vorstehhund für die Jagd werden. Bisher tobt er jedoch nur verspielt zwischen den alten Bäumen umher.

Das Beschneiden der Kopfweiden ist notwendig, denn der Stamm des alten Kulturbaumes droht auseinanderzubrechen, wenn die schweren Schösslinge nicht entfernt werden, erklärt Stefan Würz, Obmann für Naturschutz. Die Zweige der Weide wurden ursprünglich vor allem von Korbflechtern für ihre Arbeit genutzt und deshalb ohnehin regelmäßig abgeschnitten. Doch Korbflechter gibt es nicht mehr viele. Deshalb übernehmen andere die Pflegearbeit. 20 bis 30 Bäume werden an diesem Samstagvormittag bearbeitet. "Das ist körperlich sehr anstrengend und es dürfen auch nur diejenigen sägen, die einen Motorsägenführerschein haben", erläutert Würz. Nicht zu nah am Baum, aber auch nicht zu weit davon entfernt müssen die Äste abgesägt werden. Die Mitglieder des Hegerings wissen, was sie tun.

Die abgeschnittenen Schösslinge werden gesammelt und auf eine bestimmte Art und Weise gestapelt. An dieser sogenannten Benjeshecke kann dann Niederwild wie Hasen oder Fasane Deckung und auch Nahrung finden. Darüber hinaus sind Bürger eingeladen, sich Zweige abzuholen. "Ein Mann wird sich ein paar Äste holen für seine Weidenbank im Garten", erzählt Hallmich-Kober. Im letzten Jahr sei ein Korbflechter da gewesen, Kindergärten nutzen die biegsamen Äste zum Bauen von Tunneln.

Die Mitglieder des Hegerings pflanzen auch neue Weiden ein. Mit einem Erdbohrer werden Löcher in den Boden gedreht und kleine Setzlinge eingesetzt. "Wir betreiben hier das klassische Beispiel für angewandten Naturschutz", so Obmann Würz. Schon seit über 20 Jahren gehört das Beschneiden der Kopfweiden zu der Arbeit des Hegerings dazu. Dabei ist es nicht so, dass es eine naturgegebene Sache ist, dass dem Baum seine Äste zu schwer werden. Die 56-jährige Hegeringleiterin erklärt: "Wenn der Baum einmal als Kopfweide beschnitten wurde, muss man ihn immer wieder zurückschneiden, sonst bricht der Stamm. Die Bäume in der Auenlandschaft sind alle sehr alt. "Manche stehen fast seit 200 Jahren hier", so Hallmich-Kober.

(heis)