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Langenfeld: Hausaufgaben stressfrei meistern

Langenfeld : Hausaufgaben stressfrei meistern

Die Psychologin Iris Kasel und Schulleiterin Maria Widera zeigen, dass Schularbeiten nicht belastend sein müssen.

Rojan und Khasim lernen das Alphabet. Im Moment steht das "R" auf dem Plan. Als Hausaufgabe sollen die beiden Erstklässler der Grundschule Richrath-Mitte den Buchstaben immer wieder in Groß- und Kleinschreibung zu Papier bringen. Für die beiden Sechsjährigen ist die Übung kein Problem, weil sie die Aufgabe in der betreuten Stunde für Hausaufgaben erledigen können.

Zuhause jedoch können Hausaufgaben schnell zum Stressfaktor für Kinder und Eltern werden. In einem vom "Arbeitskreis Familie" organisierten Informationsabend gaben die Psychologin Iris Kasel und Schulleiterin Maria Widera Tipps zum richtigen Umgang mit Hausaufgaben.

Die Voraussetzungen sind demnach simpel. Um auch in den eigenen vier Wänden Schularbeiten machen zu könnten, sollten Kinder eine ruhige und störungsfreie Lernumgebung haben. Außerdem muss ein geeigneter Arbeitsplatz vorhanden sein, an dem unter anderem Tisch, Stuhl und Beleuchtung passen. Freilich müssen auch die erforderlichen Lernmittel wie etwa Bücher, Hefte und Schreibzeug vorhanden sein, sonst wird sinnvolles Üben schwierig.

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Auch die Psyche spielt eine Rolle. Kinder sollten emotional nicht akut belastet sein, bevor sie mit den Hausaufgaben anfangen. Für eine sinnvolle Organisationsei es außerdem hilfreich, ein "Hausaufgabenheft" zu führen, in dem erledigte Punkte abgehakt werden können. Eltern sollten die Verantwortung für die Hausaufgaben beim Kind lassen. Der entscheidende Faktor ist Selbstständigkeit. Die Hausaufgaben sind für die Schüler — und nicht für ihre Eltern.

"Offene Fragen müssen nicht sofort beantwortet werden", unterstreicht Widera. "Sinnvoller ist es, wenn das Kind den Eltern die Aufgabe erklärt und die Eltern dann Anregungen geben, um Lösungswege zu entwickeln." Eine verbindliche Absprache der Hausaufgabenzeiten könne ebenso bei der Organisation helfen wie ein Stundenplan, der Struktur in den Alltag bringt.

Auch in Sachen Motivation gelte es, einige Dinge zu beachten. So müssen Ablenkungen wie Spielzeug, Fernseher, Handy oder Fernseher unbedingt vermieden werden. "Ganz wichtig ist, dass die Arbeit der Kinder entsprechend gewürdigt wird", betont Widera. "Ein kleines Lob kann manchmal Wunder wirken — ebenso wie angebrachte Kritik."

In Konfliktsituationenraten die Fachfrauen, den Druck rauszunehmen. Eltern sollten ruhig und sachlich bleiben, ohne dabei inkonsequent zu wirken. Bevor die Situation eskaliert, sei eine Unterbrechung ratsam. "Manchmal sind auch Oma, Opa oder Nachbarn besser als Hausaufgabenhilfe geeignet als die Eltern", sagt Schulleiterin Maria Widera.

(RP/rl)