Mobile Redaktion Langenfeld-Mitte: "Hauptstraße ist reinste Rennstrecke"

Mobile Redaktion Langenfeld-Mitte: "Hauptstraße ist reinste Rennstrecke"

Viele Autofahrer halten sich nicht an Tempo-20- und Tempo-30-Zonen, beklagten Bürger am Stehtisch der Rheinischen Post.

langenfeld-mitte Rund um den Berliner Platz lasse es sich gut wohnen, sagt Wolfgang Roßmann (75), der vor vier Jahren aus Gladbeck nach Langenfeld-Mitte gezogen ist. "Fußläufig kann man alles kaufen, seit Eröffnung des Rewe-Markts an der Hauptstraße auch Wurst- und Frischwaren." Schade sei nur, schränkt er ein, dass die Sparkasse Anfang des Jahres ihre Zweigstelle an der Hauptstraße geschlossen hat und nur noch Selbstbedienungsautomaten betreibt. "Und es fehlt in diesem Stadtteil auch eine Poststelle. So müssen wir mit Paketen und Päckchen immer zur Post in der Stadtgalerie." Mit diesen Feststellungen erzielt Roßmann gestern bei der Mobilen RP-Redaktion an der Hauptstraße bei den Umstehenden zustimmendes Kopfnicken.

Die direkt auf die Fußgängerzone zuführende Hauptstraße ist mit inhabergeführten Fachläden und vor allem Schuhgeschäften gut besetzt, so dass ein Stadtbummel entlang vieler Schaufenster Spaß macht. "Aber", wirft Karl-Heinz Hamacher (63) ein, "seit im verkehrsberuhigten Bereich der marode Plattenbelag entfernt und durch eine Asphaltecke ersetzt wurde, ist dort die reinste Rennstrecke." Vielen Autofahrern sei auf der schwarzen Fahrbahn nicht bewusst, dass sie sich in einer Tempo-20-Zone befinden oder sie ignorierten schlichtweg die Schilder und die auf den Asphalt gemalten Piktogramme. "Vor allem ältere Menschen haben Schwierigkeiten, dort gefahrlos die Straße zu überqueren", so Hamacher.

Manfred Stuckmann (78) stimmt ihm zu. "Problematisch ist vor allem, über die einmündende Bachstraße zwischen Haus Arndt und der Parfümerie zu gelangen", sagt der Langenfelder Ehrenbürger. "Dort muss unbedingt etwas für eine gefahrlose Überquerung gemacht werden." Auch sei vielen Radfahrern entlang der gesamten Hauptstraße nicht bewusst, dass sie nicht mehr auf dem Streifen auf dem Bürgersteig, sondern auf der Fahrbahn radeln sollen. Auch die Talstraße sei trotz Tempo-30-Schildern eine Rennstrecke, klagt Karla Rühl (75). Dazu nutzten viele Lkw-Fahrer diese Route durch Wohngebiete, um die Hauptstraße zu umgehen. "Es gibt dort viele Schlaglöcher und bei Regen bilden sich überall Pfützen." Ebenso in der Schulstraße werde deutlich zu schnell gefahren, merkt Anwohner Werner Stockhausen (76) an, selbst in dem als Spielstraße mit Schrittgeschwindigkeit beschilderten Abschnitt.

Manfred Jung (79) hält es für überzogen, dass an der Düsseldorfer Straße auf dem überbreiten Bürgersteig nahe der Postgartenstraße jetzt Halteverbotsschilder stehen. "Dort ist doch neben geparkten Autos, die bisher geduldet waren, genügend Platz für Fußgänger."

Den ungepflegten Zustand des Stadtgartens zwischen Amtsgericht und Kölner Straße kritisiert Margret Huwe (76). Gärtner müssten dort dringend etwas tun, meint sie. "Und rund um die am Rande stehenden Glascontainer ist alles zugemüllt. Da werden einfach Farbeimer und anderer Unrat abgestellt."

(mei)