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Baumberg: Hauptstraße: Händler sind skeptisch

Baumberg : Hauptstraße: Händler sind skeptisch

Die Geschäftsleute in Alt-Baumberg zweifeln am Erfolg der Sanierung: Sie fürchten vor allem einen Verlust an Parkraum. Niemand glaubt, dass die Verschönerungsaktion einen positiven Einfluss auf den Branchenmix hätte.

Mit gemischten Gefühlen sehen Händler und Dienstleister der geplanten Schönheitsoperation an der Hauptstraße entgegen. Die meisten sehen zwar ein, dass dem angegrauten Stadtbild ein Lifting ganz guttäte, manche aber fürchten, dass sie entweder die Umbauphase wirtschaftlich nicht überleben oder gar als Ergebnis Parkraum der bloßen Optik geopfert werde.

Dass die Hauptstraße, derart herausgeputzt, andere Händler und Dienstleister veranlassen könnte, sich dort niederzulassen, glaubt allerdings niemand.

Nachdem die Durchgangsstraße durch die Schließung der Gaststätte "Zum Schwan" einen wichtigen Anziehungspunkt verloren hat, habe die Kundenfrequenz spürbar nachgelassen, hat Gabriele Kirberg festgestellt. Deshalb befürwortet die Inhaberin von Moden Schmitz die Pläne, durch eine Verbreiterung der Gehwege und die Anpflanzung von Straßenbäumen mehr Aufenthaltsqualität zu schaffen. "Dann könnten die beiden Bäckereien auch Außengastronomie anbieten."

Er wäre dankbar, wenn die Stadt tatsächlich Geld für eine Sanierung in die Hand nähme, sagt Norbert Meyer von der Kreuz-Apotheke. Kontraproduktiv wäre allerdings, wenn die verbliebenen Geschäfte während der Bauphase völlig von den Kundenströmen abgeschnitten würden. Er sei darauf angewiesen, dass die Patienten des Ärztehauses ungehindert seine Apotheke auf der anderen Straßenseite erreichen. "Wenn die hier die Straße ein halbes Jahr sperren, überlebt das keiner. Dann kann man sich die Aktion sparen."

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Meyer kann sich auch nicht vorstellen, wie die Stadtplaner in den engen Straßenquerschnitt noch Bäume einbauen wollen, ohne die Zahl der Parkplätze zu reduzieren. Denn der Parkraum sei ja schon jetzt zu knapp bemessen. "Und wer hier im ersten Anlauf keinen Platz findet, kann ja nicht zurückfahren", so Meyer. Dieser Kunde geht ihm verloren. Auch ihre meist gehbehinderte, ältere Kundschaft sei auf Parkplätze vor der Haustür angewiesen, erklärt Elke Cronenberg, Inhaberin einer Praxis für Podologie.

"Andernfalls kann ich meinen Laden zumachen." Schon als während des Umbaus der Griesstraße auf der Hauptstraße Gegenverkehr zugelassen war, habe sie Umsatzeinbußen erlitten. Und selbst wenn die Hoffnung der Stadt aufginge, und die Eigentümer ihre Häuser-Fassaden aufpolieren würden, hätten dies letztlich die Mieter mitzutragen. "Von denen sich ohnehin einige fragen: Lohnt sich das Geschäft überhaupt noch."

Einer, der die Hauptstraße im Niedergang begriffen sieht, ist Volker Metzig (Fernsehen, Video, HiFi): "Eine Straße wird durch die Attraktivität der Geschäfte bestimmt — hier ist aber keines mehr, für das die Leute kommen." Nur die Bank und der Discounter Netto wirkten noch als Kundenmagneten. Und sobald ein Händler aufgebe, ziehe ein Dienstleister ein — der aber keine Kundenfrequenz bringe. Für größere Ketten gebe es an der Hauptstraße auch nicht genügend Verkaufsfläche. Deshalb hält Metzig die Erwartung der Stadt, dass eine kosmetische Behandlung eine Wiederbelebung der Straße zur Folge hätte, für abwegig. "Hier ist schon lange keiner mehr gewesen, der mit etwas Neuem angefangen hat."

"Selbst wenn man die Straße verschönert, es fehlen Geschäfte, wie eine Metzgerei", pflichtet ihm Danuta Manka bei, Angestellte in der "Alten Post". Der größte Mangel aber betreffe die Parkplätze. Diejenigen, die eigene Plätze haben, wie auch die Apotheke, finden diese oft von unbefugten Parkern besetzt.

(RP/rl/ila)