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Langenfeld/Monheim: Gute Laune zwischen den Zapfsäulen

Langenfeld/Monheim : Gute Laune zwischen den Zapfsäulen

Autofahrer freuen sich über niedrige Spritpreise. Vor Hamsterkäufen von hochexplosiven Flüssigkeiten wird gewarnt.

Der Liter Diesel für 1,039 Euro: Am Samstag hielt so mancher Autofahrer im Vorbeifahren kurzzeitig die Luft an. Wird jetzt die markante Ein-Euro-Schwelle durchbrochen? Das war an diesem Wochenende letztlich eine trügerische Hoffnung. Gestern Nachmittag kletterten die Diesel-Kosten wieder in Richtung 1,10 Euro. Dennoch herrscht als Folge des überraschend günstigen Öl-Preises so etwas wie Partylaune zwischen Zapfsäulen und Kassenhäuschen, wie eine Umfrage unserer Zeitung ergab.

"Viele Autofahrer freuen sich, wenn sie im Moment bei mir bezahlen müssen", sagte zum Beispiel in Langenfeld die Verkäuferin der freien Tankstelle bei Real am Samstag. Bei so niedrigen Spritpreisen mache das Tanken wesentlich mehr Spaß als zu Zeiten, als die Zwei vor dem Komma nahe schien.

An der Jet-Tankstelle, Kölner Straße, hieß es: "Im Moment kommen anscheinend auch mehr Kunden zu uns." Die außergewöhnlich niedrigen Preise halten allerdings keine Benzin-Preller ab, wie die Kassiererin feststellen musste: "Am Freitag sind gleich zwei Autobesitzer weggefahren, ohne ihre Tankrechnung zu bezahlen." Die Polizei wertet momentan die Videoaufzeichnungen aus, um die Strafanzeige nicht gegen Unbekannt ausschreiben zu müssen.

 Autofahrer wie Horst Jürgen Alteweyer freuen sich über die zur Zeit in der Region günstigen Benzinpreise.
Autofahrer wie Horst Jürgen Alteweyer freuen sich über die zur Zeit in der Region günstigen Benzinpreise. Foto: jd-
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Großer Andrang auch an der Düsseldorfer Straße: "Bei uns brummt das Geschäft momentan so, dass wir keine Zeit haben, Auskunft zu geben", stöhnte ein Mitarbeiter.

Aus der Sicht eines Tankstellenpächters sieht das Tal bei den Kraftstoff-Preisen eher nüchtern aus. André Marc Bamberg, Pächter unter anderem der freien Tankstelle an der Hans-Böckler-Straße, sagt: "Aus unserer Sicht ist erst einmal völlig egal, was auf Preistafeln steht." Die Provision bleibe immer gleich - egal ob der Liter ein oder zwei Euro koste. "Aus meiner Sicht haben sich die Kunden rasch an das neue Preisniveau gewohnt." Zwei, drei Tage nach einer deutlichen Benzinpreissenkung werde darüber gesprochen, dann nicht mehr.

Ohnehin gilt: Der Verkauf von Benzin und Diesel mache zwar rund 90 Prozent vom Umsatz einer Tankstelle aus, trage aber nur etwa fünf Prozent zum Ertrag bei. "Daran hat sich in den vergangenen Jahren bei allen Preisschwankungen ebenfalls nichts geändert: Unser Geschäft müssen wir mit dem Verkauf von Zeitschriften, Getränken, Süßigkeiten machen", rechnet Bamberg vor.

Bevor Sparfüchse wegen der niedrigen Spritpreise auf dumme Gedanken kommen, hat der Allgemeine Deutsche Automobilclub, ADAC, vor Hamsterkäufen von hochexplosiven Flüssigkeiten gewarnt. Eigentlich sollten in Garagen und Kellern gar keine brennbaren Flüssigkeiten lagern. Wer dort mehr als den handelsüblichen Reservekanister mit maximal 20 Liter Benzin aufbewahrt, macht sich strafbar. Vor allem, weil die Gefahr für Leib und Leben im Falle eines Brandes groß ist.

Doch das scheint niemanden von etwas abzuhalten. In Internetforen diskutieren neuerdings zahlreiche Fragesteller die Möglichkeit, größere Mengen Treibstoff zu Hause zu lagern. Angeblich handelt es sich um "Betriebsstoff für motorgetriebene Gartengeräte". Feuerwehrleute und Sicherheitsexperten sind jedenfalls alarmiert.

Und auch an den Langenfelder Tankstellen wurden schon Menschen gesichtet, die mehr als nur einen Kanister mit dem jetzt so günstigen Treibstoff befüllten. "Ich wüsste gar nicht, was ich dagegen tun soll und was erlaubt ist und was nicht", sagte eine Verkäuferin. Im momentanen Hochbetrieb bekomme sie das ohnehin nur selten mit.

(dne)