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Langenfeld: Gut drauf zwischen Arbeit und Rente

Langenfeld : Gut drauf zwischen Arbeit und Rente

Im ZWAR-Projekt (Zwischen Arbeit und Ruhestand) sind in Langenfeld bislang zwei Quartiergruppen entstanden. Die RP nahm an einem der Treffen teil, an denen alle 14 Tage Aktivitäten vorgeschlagen und organisiert werden.

Es gilt wichtige Fragen zu klären: "Wer kommt zur Silvesterfeier?" - "Wer bringt was mit zur Bergischen Kaffeetafel?" - "Sollen wir im Winter nicht besser Tischtennisspielen als Radfahren?" Lebhaft geht es zu bei diesem so genannten Basisgruppentreffen in Langfort. Rund 50 Frauen und Männer, Alter 55 plus, beschäftigen sich im Café im Wald jeden zweiten Montag intensiv mit der Planung gemeinsamer Aktivitäten. Auf großen Stellwänden sind die in Vorbereitung befindlichen Ideen mit den Rubriken "Was, Wer, Wann, Wo?" aufgelistet; je nach Thema wechselt der Moderator. Aktuell ist heute auch zu klären, ob das Boule-Spiel wegen der Winterzeit früher beginnen soll, ob das Martinsgansessen mittags oder abends stattfindet, ob wegen großer Nachfrage eine zweite Kegelgruppe gegründet werden muss, oder wer an einem Zeichen-Workshop teilnimmt.

Im ZWAR-Projekt (Zwischen Arbeit und Ruhestand) ist die Basisgruppe Immigrath eine von bisher zwei in Langenfeld ins Leben gerufene Quartiergruppen. Dieses anfänglich vom Land unterstützte Modell soll bürgerschaftliche Netzwerke fördern. Partner im Quartier Immigrath sind die Stadtverwaltung und die Arbeiterwohlfahrt (Awo). "Ich bin überrascht. Schon beim ersten Treffen vor knapp sechs Monaten kamen fast 80 Menschen. Jetzt haben wir einen festen Kern von 40 bis 50 Teilnehmern, und jedes Mal können wir neue Interessenten begrüßen", sagt Susanne Labudda von der Awo. Die vom Verband als Projektverantwortliche eingesetzte Mitarbeiterin leitet schwerpunktmäßig das Café im Wald, Bestandteil des Awo-Seniorenzentrums an der Langforter Straße. Neben dem Einsatz über Stunden von Susanne Labudda stellt die Awo auch Räumlichkeiten für die Gruppe zur Verfügung.

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"Die Aktivitäten werden von den Teilnehmern selbstständig organisiert", macht Labudda die Grenzen ihrer Betreuungsleistung und das wesentliche Konzept der Quartiersarbeit deutlich. Überwiegend sind es Ruheständler, die Kontakte und Gleichgesinnte für Museumsbesuche, Kochkurse, sportliche Aktivitäten, Schach, Kartenspielen, Handarbeit, Tanzen, Kino oder Sprachkurse suchen und offensichtlich finden. Auffallend ist die vertraute Atmosphäre, in der bis vor wenige Wochen fremde Menschen miteinander umgehen. Wer eine Idee hat, stellt sie vor, meist hilft er selbst bei der Vorbereitung oder Organisation. Eine Dame erklärt zum Beispiel, dass sie Karten für die Puppensitzung im Hänneschen-Theater in Köln besorgen würde, ein Herr wirbt für einen Besuch der Gesenkschmiede in Solingen. Zusätzlich werden abgeschlossene Aktionen kritisch hinterfragt. Nur Gutes erzählen diesmal die Teilnehmer vom Paddeln auf der Lahn, der Rotwein-Wanderweg an der Ahr oder dem Ausflug zum Kaltwassergeysir in Andernach.

"Das Angebot ist offen für jedermann", wirbt Susanne Labudda. Die Gruppe ist bunt gemischt: Neubürger, Alteingesessene, Ehepaare, Alleinstehende. Es geht allerdings nicht nur um Freizeit-Spaß. Angestrebt wird auch eine soziale Wirkung im Quartier. Wer sich kennt, hilft sich eher. Und wenn der Nachbar alleine zu Hause sitzt, nimmt man ihn einfach mit zum nächsten Basistreffen.

(mmo)