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Langenfeld: Gut aufgehoben in neuer Kita

Langenfeld : Gut aufgehoben in neuer Kita

Der Neubau der Langenfelder Kindertagesstätte Am Brückentor ist fertig und bezogen. Weil die im Haushalt veranschlagten 3,45 Millionen Euro nicht ausreichten, genehmigten die Stadtpolitiker weitere 540 000 Euro.

Knapp zwei Jahre nach dem ersten Spatenstich ist der städtische Kindergarten Am Brückentor jetzt fertig. Übers Wochenende hatte Leiterin Cornelia Westendorff mit ihrem Team letzte Hand an die Inneneinrichtung angelegt, dann trugen die Mädchen und Jungen selber ihr Sack und Pack vom alten ins neue Domizil, verstauten alles am richtigen Platz und erkundeten sogleich die großzügigen Räume und Spielgelegenheiten. "Es ist wunderschön geworden", befand die Kita-Chefin gestern im Gespräch mit der RP. "Kinder, Eltern und Erzieherinnen sind gleichermaßen begeistert." Dafür wurde auch tief ins Stadtsäckel gegriffen: Weil die im Haushalt veranschlagten 3,45 Millionen Euro nicht ausreichten, genehmigten die Politiker am Dienstagabend im Haupt- und Finanzausschuss einstimmig - wie die RP bereits berichtete - weitere 540 000 Euro.

Ab sofort auch Säuglinge

Wie Bürgermeister Frank Schneider in der Sitzung ankündigte, wird der 38 Jahre alte Stahl-Containerbau, der als Kita jetzt ausgedient hat, in den Sommerferien abgerissen. In Anbetracht des nun entstandenen Raumangebots wird ihm niemand nachweinen. Kleinkinder ab zwei Jahren wurden auch bisher schon in der Kita betreut, doch jetzt kommen zu den Mädchen und Jungen der Bären- und Tigergruppe in der zusätzlichen Froschgruppe Säuglinge ab vier Monaten hinzu. "Die ersten Drei sind schon da, weitere werden folgen", berichtete Westendorff. Wegen des mit den jüngsten Schützlingen verbundenen Betreuungsaufwands wuchs ihr Team um drei neue Kolleginnen auf nunmehr sieben Erzieherinnen — bei insgesamt 55 Kindern.

Jedem der drei Gruppenräume sind zwei Nebenräume zugeordnet, die je nach Altersgruppe unterschiedliche Ansprüche erfüllen. Während die Jüngsten zusätzlich zum Ruheraum einen Bewegungsraum beziehungsweise eine Bauecke haben, gibt es für die etwas älteren Mädchen und Jungen eine Puppen- und eine Leseecke. Dazu gibt es Turnmöglichkeiten, ein Mal- und Bastelatelier, einen breiten Flur mit Sandecke, Spiel- und Kletterangeboten sowie eine Lernwerkstatt, in der etwa mit Wasserexperimenten der Schwerpunkt der Brückentor-Kita vertieft werden kann: Natur und Umwelt. Das geschieht nach Westendorffs Worten vor allem auch im neu gestalteten Außengelände mit einem Tausendfüßler-Wasserlauf sowie der Spiel- und Kletterlandschaft voller Naturmaterialien. Das Kinderrestaurant nutzen ab sofort auch die Mädchen und Jungen aus dem offenen Ganztagsbetrieb im Anbau der benachbarten Grundschule.

Kostensteigerungen begründet

Bei solch einer Verwöhnatmosphäre für die jüngsten Langenfelder mochte sich in der Ausschusssitzung keiner der Politiker dem finanziellen Nachschlag verschließen, allenfalls die Gründe hinterfragen. Der städtische Gebäudemanager Wolfgang Hellekes argumentierte mit den beiden ungewohnt harten Wintern in der Bauphase, mit unerwartetem Mehraufwand für Versorgungsleitungen und Gründung, mit allgemeinen Kostensteigerungen sowie der nicht einkalkulierten Schadstoffentsorgung beim Abbruch des alten Containerbaus. "In den Wänden befand sich Asbest, wie es früher üblicherweise in Hochhäusern verwendet wurde. Bei einem eingeschossigen Gebäude habe ich so etwas bislang in 40 Berufsjahren noch nicht erlebt." Indes betonte Hellekes, dass die über Jahrzehnte dort betreuten Kinder von dem eingebauten Asbest nicht gefährdet gewesen seien.

(RP)