Langenfeld: Graffiti schaden S-Bahnhof Berghausen

Langenfeld : Graffiti schaden S-Bahnhof Berghausen

Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr hat knapp 300 Stationen getestet. Im diesjährigen Stationsbericht ist der kleinere der beiden Langenfelder Haltepunkte von Grün auf Gelb abgerutscht.

Fürwahr: Zur Zeit haben Pendler, die mit der S 6 fahren, andere Probleme als rein ästhetische. Noch bis mindestens zum 5. April fallen die Verstärkungsfahrten im Berufsverkehr zwischen Langenfeld und Düsseldorf beziehungsweise Wuppertal (S 68) aufgrund von Bauarbeiten aus, hinzu kommen - notfahrplanmäßige! - Verspätungen beim RE 1 und RE 5. Das bedeutet: regelmäßig überfüllte Züge. Immer wieder soll es auch vorkommen, dass sich einzelne Reisende gar nicht mehr in den Zug hineinquetschen können.

Insofern wird manch ein Bahnkunde den neuen VRR-Stationsbericht mit Sarkasmus zur Kenntnis nehmen. Denn - so werden Skeptiker sich fragen - was nutzt der Sauberkeitstest an Bahnhöfen, wenn der Aufenthalt im Zug zur täglichen Qual wird? Umgekehrt könnte man aber auch sagen: Je mehr Zeit am Bahnhof, desto wichtiger dessen Zustand! Und da schneiden die beiden hiesigen S-Bahnhöfe diesmal unterschiedlich ab: Während Langenfeld (Rheinland) wie schon in den beiden Vorjahren im grünen Bereich liegt, ist Berghausen nach zweimal Grün in 2014 und 2015 im Testjahr 2016 in die gelbe Zone abgerutscht.

Insgesamt 295 Stationen haben sich die Tester des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) angeschaut und deren Zugangs- und Bahnsteigbereich in den Punkten Sauberkeit, Funktion und Graffiti bewertet. Bei der Gesamtnote landeten 154 Stationen im grünen Bereich ("akzeptabel; keine Verbesserungen notwendig"), 102 im gelben ("noch akzeptabel, geringfügige Mängel") und 39 im roten Bereich ("erhebliche Mängel, Verbesserungen dringend erforderlich").

Die Prüfer sind immer in den Monaten Oktober bis Dezember an den Stationen unterwegs. Ein Blick in die Auswertung:

Langenfeld (Rhld): Der S-Bahnhof am Katzberg bekam bei den Einzelnoten dreimal Gelb und dreimal Grün. Dabei schneidet der Bahnsteig etwas besser ab als der Zugangsbereich. In diesem werden Sauberkeit und Graffiti als "noch akzeptabel" bewertet, ebenso die Sauberkeit auf dem Bahnsteig. Ein Graffiti-Problem gibt es hier nach dem VRR-Urteil praktisch nicht. Zweimal Grün gibt es für die Funktion, also den Zustand von Hinweisschildern, Aufzug, Wetterschutz und Bahnhofsmobiliar.

Langenfeld-Berghausen: Der Haltepunkt unterhalb der Berghausener Straße liegt bei Sauberkeit und Funktion viermal im grünen Bereich, schmiert aber wegen Doppel-Rot bei Graffiti in der Gesamtnote ab. Außerdem fällt auf: Während Langenfeld (Rhld.) in Sachen A/R/B - also Aufzug/Rampe/Barrierefrei - komplett ausgestattet ist, heißt es für Berghausen in der A/R/B-Spalte: Fehlanzeige.

Verspätungen: Der VRR wertet auch aus, wie oft es auf den Linien zu Verspätungen kommt. Hier liegt die Spannbreite der Durchschnittsverspätung (2016) zwischen einer viertel Minute (S 4) und 2,75 Minuten (RE 1). Die S 6 liegt nach der VRR-Statistik bei knapp einer Minute (etwas verschlechtert gegenüber 2015), die S 68 bei 1,7 Minuten (Durchschnitt aller ausgewerteten Linien: 1,25 Minuten).

Kundenbewertungen: In den Bahnen sind auch immer wieder Mitarbeiter unterwegs, die die Kunden nach ihrer Zufriedenheit fragen. S 6 und S 68 liegen beide in der unteren Tabellenhälfte. Während die Durchschnittsnote aller 49 bewerteten Linien eine 2,2 ist (bei einer Spanne zwischen 1,7 (RB 46) und 2,7 (RE 1)), gaben die befragten Kunden der S 68 fast eine 2,2 (nach einer 2,4 in 2015). Das bedeutet Tabellenplatz 29 (2015: 43). Die S 6 landet dagegen nur auf Rang 40 (2015: 39) - mit einer Note von knapp 2,3.

(gut)