Langenfeld: Gemeinsamkeit macht Cityhandel stärker

Langenfeld: Gemeinsamkeit macht Cityhandel stärker

Das Warenangebot in den Läden der Innenstadt und das damit verbundene Einkaufserlebnis hat sich in den vergangenen Jahren in vielerlei Hinsicht verbessert. Aber es gibt auch deutliche Sortimentslücken: Angefangen von Sportartikeln über Kochtöpfe und Porzellan bis hin zu Herrenbekleidung. Weil zudem der Druck durch neue Einkaufstempel in der Region wie etwa die Leverkusener Rathaus-Galerie oder Düsseldorf-Arcaden zunimmt, dürfen sich die Langenfelder Ladeninhaber trotz des Attraktivitätsgewinns der letzten Jahre nicht zurücklehnen. Die Bereitschaft dazu scheint gegeben zu sein: Etliche von ihnen füllten am Dienstagabend den kleinen Saal der Stadthalle, um sich auf Einladung des Marketingverbunds Kommit über das neue Langenfelder Einzelhandelsgutachten zu informieren und daraus Konsequenzen abzuleiten.

Die Gutachter Angelina Sobotta und Joachim Schulte vom Kölner Planerbüro Dr. Jansen stellten den Geschäftsleuten die Grundzüge ihrer Untersuchung vor, über die die RP bereits berichtete. Danach hat die Gesamtfläche in den Langenfelder Läden seit 2002 um etwa ein Viertel zugenommen und liegt jetzt bei knapp 120 000 Quadratmeter; Marktkarree sowie die außerhalb der City entstandenen Garten-, Bau- und Supermärkte waren für den Zuwachs hauptverantwortlich.

Die Gutachter empfehlen, den Schwerpunkt auf eine weitere Stärkung der City und entwicklungsfähiger Nebenzentren zu legen, zudem die fußläufige Nahversorgung im gesamten Stadtgebiet sicher zu stellen. Unterm Strich sehen sie noch zusätzlichen Bedarf für rund 10 000 Quadratmeter Ladenfläche. Schließlich fließe etwa ein Viertel der Langenfelder Kaufkraft in andere Städte ab; nicht zuletzt wegen der genannten Sortimentslücken.

Sortimentslücken schließen

  • Kommentar : Nicht ausruhen

Anderswo werden Sobotta zufolge vor allem die genannten Dinge erworben, bei denen die Auswahl in Langenfelder Geschäften dürftig ist. Deswegen müsse auf neuen Ladenflächen etwa im umgebauten Ex-Hertie oder in einem möglichen Neubau auf dem Rathaus-Parkplatz darauf geachtet werden, dass sie tatsächlich Sortimentslücken schließen und nicht nur bereits vorhandene Waren anbieten. Mit Flächenzuwachs allein sei eine Attraktivitätssteigerung in der City nicht zu leisten, merkte Sobotta an. "Wichtig sind viele kleine Impulse in vorhandenen Geschäften."

"Nur gemeinsam schaffen wir es, die noch vorhandenen Potenziale auszuschöpfen", appellierte Bürgermeister und Kommit-Vorsitzender Frank Schneider in der Versammlung an die Ladeninhaber, sich nach Kräften um Attraktivität sowie Kundennähe zu bemühen und sich zudem an Aktivitäten der verschiedenen Händlergemeinschaften zu beteiligen.

Deren Sprecher gaben den Kollegen in der Versammlung schon mal erste Hinweise auf Schwachpunkte. Für Boutiquen-Besitzerin Thekla Lindenthal von der IG Marktplatz ist es ein Unding, "dass in der City manche Läden eine Mittagspause einlegen und samstags, wenn Leute ausschlafen und danach einen Einkaufsbummel machen wollen, schon um 14 Uhr schließen". Dies schade dem Ruf der ganzen City. Buchhändlerin Hiltrud Markett ermunterte die Ladeninhaber dazu, "noch stärker mit Kundenservice und guter Beratung zu punkten". Und Bioladen-Betreiber Sven Lucht von der IG Solinger Straße richtete die Aufmerksamkeit auf das Erscheinungsbild: "Ganz wichtig sind schön gestaltete Schaufenster. Einige Kollegen hatten da vor zwei Wochen noch die Weihnachtsdeko drin."

(RP)