Gemeinde hübscht Reusrather Friedhof auf

Langenfeld : Gemeinde hübscht Reusrather Friedhof auf

„Verwahrlost“ sei die Ruhestätte, befand Leserin Anne Fischer. Beinahe zeitgleich ließ das Presbyterium die Hauptwege zur Kapelle neu anlegen.

Der evangelische Friedhof in Langenfeld-Reusrath ist „in einem sehr verwahrlosten Zustand“. Damit hat sich Anne Fischer an die Rheinische Post gewandt, um auf diesen Missstand hinzuweisen. „Unkraut“, so schreibt sie, „wohin man schaut. Auch und ganz besonders um die Aussegnungshalle. Diese müsste von Grund auf renoviert werden. Da hilft auch kein neuer Farbanstrich mehr.“ Und weiter kritisiert die Reusratherin: „Vor circa zwei Jahren wurde vor der Halle ein ovales Beet angelegt. Dieses war nur im ersten Jahr sehenswert. Jetzt überwiegt auch dort das Unkraut.“

Pfarrerin Annegret Duffe reagiert fast fröhlich auf die Kritik: „Problem erkannt“, sagt sie. Das Problem dabei: Personal- und Geldmangel. Trotzdem sei jetzt etwas geschehen. Die Presbyteriumsvorsitzende Karin Seitz wisse mehr.

Seitz weist erst einmal die harsche Kritik von sich. Verwahrlost sei der Friedhof nicht. „Wir haben drei Gärtner, die sich um unsere beiden Friedhöfe in Langenfeld kümmern. Sie mähen das Gras, schneiden die Hecken, leeren die Abfallkörbe und noch einiges mehr.“ Die drei würden ihr Bestes geben, schafften es aber nicht. „Wir haben eine Verordnung, die besagt, dass auf unseren Friedhöfen keine Pestizide eingesetzt werden dürfen.“ – Schön für die Insekten, schlecht für die Gärtner und deren Kampf gegen das Unkraut. „Die schaffen das nicht mehr.“ Und es gibt noch eine Vorgabe der Landeskirche: „Die Friedhöfe müssen sich selbst tragen und Arbeiten dürfen nur aus Eigenmitteln bezahlt werden; aus dem, was der Friedhof erwirtschaftet, nicht mit Kirchensteuer.“

Deswegen habe die Gemeinde jetzt den Sparstrumpf des Friedhofs angegriffen und eine Fremdfirma beauftragt, zumindest die größten Missstände dort zu beseitigen.

Aus Sicht der Presbyter ist das Unkraut in den Beeten weniger tragisch, als die überwucherten und schlechten Wege. „Zwei Hauptwege haben wir ganz neu machen lassen: Das beauftragte Unternehmen hat sie ganz tief abgezogen, neu geschottert und Quarzsand aufgetragen.“ Jetzt könnten auch Gehbehinderte mit Rollatoren die Kapelle wieder gut erreichen und das Unkraut sei erst einmal gebannt.

Das „ovale Beet“ sei ein Ganzjahresbeet. Dort würde das ganze Jahr über etwas blühen – und gleichzeitig etwas verwelken. „Die Schönheitsansprüche sind verschieden“, stellt Seitz fest. Die weiß angestrichene, leicht fleckige Fassade der Kapelle werde nicht neu angestrichen geschweige denn renoviert. „Allein der Anstrich kostet mehrere tausend Euro, die wir nicht haben. Außerdem könnte man wegen der Bäume ständig streichen.“

Da die wenigen Gärtner nicht in der Lage seien, die Wege unkrautfrei zu halten, sollen diese begrünt werden. „Man schüttet etwas Erde auf den Schotter, sät Gras aus und kann das dann mähen.“

Anne Fischer, die kritische Reusratherin, ist nicht zufrieden: „Ich kann da von einer Pflege nichts entdecken“, sagt sie nach einem erneuten Besuch des Friedhofs. „Der so genannte Hauptweg ist an den Rändern immer noch voller Löwenzahn. Und auch auf den anderen Wegen und Grünflächen sprießt das Unkraut. Usselig.“

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