Garten-Wettbewerb des BUND in Langenfeld: Naturnahe Vielfalt gegen Insektensterben

Langenfeld: Vielfalt im Garten lohnt sich

Der Bund für Umwelt und Naturschutz hat die fünf schönsten naturnahen Idyllen Langenfelds prämiert.

Kleine Blüteninseln beleben den Rasen, eingefasst in Naturstein-Umrandungen. Rosen blühen, ein Teich ist von dicht gewachsenen Feuchtpflanzen umrahmt. In den Bäumen singen Vögel und Bienen fliegen von Herbstblume zu Herbstblume. Der Garten der Familie Weise ist nicht nur eine Oase der Ruhe für Menschen, sondern auch ein kleines Biotop, das Insekten, Vögeln und kleinen Wildtieren wie Igeln eine Heimat bietet. Nun wurde der Garten an der Rheindorfer Straße mit dem ersten Preis im Wettbewerb „Naturnaher Garten“ ausgezeichnet.

„Wir wohnen hier schon seit zwölf Jahren“, erzählt Sabine Weise, „und haben angefangen, den Garten zu entwickeln.“ Außer den gepflasterten Flächen waren nur ein leerer Teich und die großen Bäume vorhanden. „Da wir nebenan noch Schafe auf der Weide haben, wollten wir einen natürlichen Bauerngarten haben.“

So begann die Familie auszuprobieren, was an Pflanzen in dem Garten gedeiht und was nicht. „Es ist ein sonniges Grundstück“, sagt Sabine Weise, „also wächst Lavendel sehr gut.“ Dieser säte sich dann auch in den Spalten aus. Sabine Weise reißt nicht gleich alles aus, was an ungewöhnlicher Stelle wächst. „Ich mag es ein bisschen verwunschen“, verrät sie. Diese Einstellung ist ideal, um einen naturnahen Garten anzulegen.

„Ein Garten darf nicht zu aufgeräumt sein“, weiß auch Ingrid Schoebel von der BUND Ortsgruppe Langenfeld und der Arbeitsgemeinschaft der Naturschutzverbände, die als Mitglied der Jury alle fünfzehn Bewerber-Gärten besucht hat. Um bei der Jury zu punkten, mussten die Gärten vor allem viele natürliche Pflanzen vorweisen. „Keine gefüllten Blüten, weil da die Bienen nicht drankommen“, sagt Schoebel.

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Das alles erfüllt der Garten der Weises. „Die lockeren Steinansammlungen und das Totholz bieten den Insekten Unterschlupf“, erklärt Ingrid Schoebel. Den zweiten Preis hat Petra Heckring mit ihrem Reihenhausgarten gewonnen. Der dritte Preis wurde gleich zweimal vergeben. Die Familie Schumann verwandelte ihre kahle Gartenfläche innerhalb eines halben Jahres in eine blühende Oase und die Familie Schmitter bietet mit vielen heimischen Pflanzen der heimischen Tierwelt Nahrung und Lebensraum.

Über einen Sonderpreis darf sich Andrea Radtke freuen, die einen verwilderten Bahnstreifen in ein Insektenbiotop verwandelt hat. „Wir haben Bienen und die brauchen eine Standfläche“, erklärt Mutter Marianne Radtke, die ihre Tochter gerne unterstützt. Auf dem 120 Meter langen Bahnstreifen stehen nun nicht nur die Bienenvölker.

„Es gibt hier auch Hornissennester, Schmetterlinge und Wespen.“ Damit die Insekten ausreichend Nahrung finden, haben die Radtkes viele Wildblumen gesetzt. „Und Obstbäume gepflanzt, zum Beispiel Wildäpfel“, verrät Marianne Radtke. Diese bieten im Frühling Blüten und im Herbst Früchte für viele Insekten, so die Expertin.

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