Langenfeld/Monheim: Frostsichere Leitungen

Langenfeld/Monheim : Frostsichere Leitungen

Der strenge Frost beschäftigt auch Rudolf Gärtner, Technikchef der Stadtwerke Langenfeld und des Verbandswasserwerks. RP-Redakteur Thomas Gutmann sprach mit ihm.

Als Wasserwerker sind Sie ja so etwas wie das Temperatur-Gedächtnis der Langenfelder und Monheimer. Welche Rekordwerte haben Sie denn zuletzt an ihren Messstellen festgestellt?

Gärtner Am Donnerstagmorgen lag die Temperatur in Langenfeld bei minus 12,7 Grad. Das ist kälter als in den beiden Jahren zuvor (2011 minus 6,3; 2010 minus 11,2 Grad). Im Jahr 2009 allerdings war es noch frostiger: minus 15,7 Grad.

Je strenger der Frost, desto höher der Gasverbrauch. Ab welchen Minusgraden müssten sich die Haushalte auf einen "Lieferengpass" einstellen?

Gärtner Das Versorgungsnetz, die Einspeiseanlagen aber auch unsere langfristigen Bezugsverträge sind so ausgelegt, dass Versorgungsengpässe nicht zu befürchten sind. Der Gasverbrauch ist zur Zeit naturgemäß sehr hoch. Die Spitzenstunde dieses noch jungen Jahres war mit 22 780 Kubikmetern höher als jede andere in den drei Jahren zuvor. Der Spitzentag wurde deutlich nur vom Top-Tag '09 übertroffen (394/433 Tsd. Kubikmeter). Grundsätzlich steigt der Gasverbrauch, ausgehend von einem Grundverbrauch im Sommer (Kochen, Warmwasserbereitung) nach Zuschalten der Heizungsanlagen bei fallenden Temperaturen nahezu linear an.

Drohen Wasserleitungen zu platzen?

Gärtner Unsere Leitungen sind in frostsicherer Tiefe verlegt. Probleme bereiten eher kalte Keller, wenn etwa Fenster nicht rechtzeitig geschlossen werden, Rohbauten, in denen schon gefüllte Wasserleitungen installiert sind, oder Außenzapfanlagen, die nicht entleert wurden. Hier kann es zum Einfrieren der Installation bis hin zum Platzen von Wasserzählern kommen.

Manch einer merkt jetzt, wie undicht sein Haus eigentlich ist. Haben Sie Tipps für schnelle Abhilfe?

Gärtner Zur Minderung der Wärmeverluste über Ritzen und Spalten gibt es verschiedene Dichtsysteme für Hauseingangstüren, Tür- und Fensterrahmen. Für größere Wohngebäudedämmmaßnahmen sollte man aber eine Fachberatung hinzuziehen – (falsche) Eigenlösungen können da mitunter mehr schaden als nützen ("Kältebrücken"). Bei allen Maßnahmen zur Wärmeeinsparung sollte man aber nicht vergessen, dass auch eine regelmäßige kurzzeitige Stoßlüftung für ein gesundes Raumklima und die Vermeidung von Schimmelbildung erforderlich ist.

(RP)
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