Langenfeld: Frische Ideen für die katholische Gemeinde

Langenfeld : Frische Ideen für die katholische Gemeinde

Knapp 80 Gläubige kamen zur Pfarrversammlung in Langenfeld. Offene Diskussion in Arbeitsgruppen und im Plenum

Geschafft! Der Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, Thomas Antkowiak, und der Leitende Pfarrer in Langenfeld, Stefan Weißkopf, ziehen eine allererste Bilanz der Pfarrversammlung der katholischen Gemeinde. Der bislang letzte Termin dieser Art ist fünf Jahre her. Es gab nicht einmal einen Hauch einer Routine. "Dennoch haben sich die Teilnehmer geöffnet", hat Stefan Weißkopf beobachtet. Antkowiak setzt noch eine Stufe vorher an: "Unter den knapp 80 Gästen waren viele, die sich bisher noch nirgends engagieren." Die wiederum stellten der Pfarrversammlung ein gutes Zeugnis aus: "Man konnte hier Ideen äußern, ohne die Angst haben zu müssen, diese gleich selbst umsetzen zu müssen." Diskussionen in Arbeitsgruppen und um im Plenum bestimmten den Nachmittag im Schützenhaus. Zum Abschluss las Stefan Weißkopf eine Messe.

Ohne gläubige, hochengagierte Ehrenamtliche geht es in keiner Gemeinde. Doch wenn sich immer dieselben Leute an zu vielen Stellen einbringen, könnte dies den Blickwinkel verengen. Vor allem, wenn es um eine Ideensammlung, um bislang unerfüllte Wünsche, um Anregungen geht. Als solche war die Pfarrversammlung im Festsaal der St. Sebastianus Schützen neben der Feuerwehr angelegt. Es musste sich niemand anmelden. Keiner kontrollierte, ob sich nicht Menschen anderer Glaubensrichtungen unter die Zuhörer gemischt hatten.

Stattdessen wurde über Gott und die Welt gesprochen. Letzteres sehr behutsam, denn es ist gerade mal gut fünf Jahre her, dass acht bis dahin eigenständige katholische Pfarreien zu St. Josef und Martin, zu einer organisatorischen Einheit verschmolzen wurden. Für das Zusammenwachsen hatte man sich damals zehn Jahre Zeit gegeben; in der Sprache des Fußballs ist 2017 Halbzeit. Mit 23.000 Katholiken ist Langenfeld eine der größten Gemeinden des Erzbistums Köln. Wie in einem großen Industrieunternehmen gibt es hier ein Leitbild, wo in einem Dorf der Herr Pfarrer einen mahnenden oder ermunternden Händedruck setzen würde.

Mit den Vorschlägen aus der Pfarrversammlung will die katholische Gemeinde Langenfeld nun in die zweite Hälfte des Fusionsprozesses starten. "Wir werden die Vorschläge zunächst intern ausarbeiten", sagt Thomas Antkowiak. Ein offenes Forum wie diese Pfarrversammlung soll es schon bald wieder geben.

(dne)
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