Langenfeld : „Das Ehrenamt macht immer Sinn“

Holger Hammer, Referatsleiter Soziales, ist für die Freiwilligenagentur zuständig.

Ohne Ehrenamtler funktioniert das öffentliche Leben nicht. In der „Freiwilligenagentur“ der Stadt Langenfeld  laufen die Fäden zusammen. Vom Lernpaten bis zum Gesellschafter für alte Leute, von der Patientenbetreuung bis zum Einkaufshelfer, vom Handytrainer bis zum Dogsitter und zum Gartenhelfer können sich Menschen in der Stadt engagieren. Wir sprachen mit dem Referatsleiter für Soziales, Holger Hammer, übers ehrenamtliche Engagement.

Herr Hammer, in Langenfeld sind viele Menschen hilfsbereit. Trotzdem sucht die Freiwilligenagentur immer wieder Helfer. Wo brennt es denn am meisten?

Hammer Wir haben festgestellt, dass Freiwillige für soziale Projekte und als Ausbildungspaten sehr gefragt sind. Allerdings unterliegt die Nachfrage ständigen Schwankungen.

Wenn ich mich unentgeltlich in meiner Freizeit einsetze, muss die Arbeit mir Spaß machen. Passen die Wünsche der Helfer und die Nachfrage immer gut übereinander?

Hammer Die Freiwilligenagentur hat sich zum Ziel gesetzt, den Wünschen entsprechend die Bürger ins Ehrenamt zu vermitteln. Dies gelingt fast immer. Sollte es einmal nicht direkt gelingen, werden weitere Vermittlungsversuche in das passende Ehrenamt unternommen.

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Wie viele Helfer stehen in der Kartei der Freiwilligen-Agentur? Und wie sieht es mit der Fluktuation aus? Wie lange bleiben Ehrenamtler im Schnitt bei der Stange?

Hammer Es sind rund 300 Personen in unserer Kartei erfasst. Wer einmal ein passendes Ehrenamt gefunden hat verwächst auch schnell mit den Strukturen der Organisation, in der er oder sie tätig ist. Von daher erhalten wir jedoch keine Rückmeldung, wie lange jemand in einem einzelnen Ehrenamt verbleibt.

Ist heute, zwei Jahre nach der Flüchtlingskrise, die Hilfsbereitschaft immer noch so groß wie zu Beginn?

Hammer  Momentan ist die Nachfrage nach einem Ehrenamt im Flüchtlingsbereich in der Freiwilligenagentur abnehmend. Dies heißt jedoch nicht zwangsläufig, dass das Interesse an einer ehrenamtlichen Tätigkeit in der Flüchtlingsarbeit rückläufig ist. Heute wissen die Bürger besser Bescheid, an wen sie sich in diesem Bereich wenden können, als dies noch 2015/2016 der Fall war.

 Wie viele Jahre gibt es die Freiwilligenagentur? Wenn Sie ein Resümee ziehen – wo macht der Einsatz von freiwilligen Helfern Sinn und wo hat er sich weniger bewährt?

 Hammer  Die Freiwilligenagentur in Langenfeld existiert nun bereits seit zwölf Jahren. Das positive Resümee ist, dass Ehrenamt immer Sinn macht. Zum einen für die vielen Organisationen, welche auf ehrenamtlich Tätige angewiesen sind und somit ein breites Angebot von Dienstleistungen anbieten können als auch für den Ehrenamtler selber. Aus Gesprächen mit ehrenamtlich Tätigen wissen wir, dass die Tätigkeit für das persönliche Wohlbefinden der Personen eine positive Wirkung hat. Die Erfahrung, dass sich ein Ehrenamt irgendwo weniger bewährt, haben wir in Langenfeld noch nicht gemacht.