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Langenfeld: Frauen fertigen Unikate aus Kaffeesäcken

Langenfeld : Frauen fertigen Unikate aus Kaffeesäcken

Bei "ProDonna" in Langenfeld gibt es Accessoires der besonderen Art zu kaufen. Sie werden aus Jute hergestellt.

Bei Kaffee denken viele sofort an den aromatischen Geruch oder an Kuchen. Nicht so im Laden "ProDonna". Dort wird zuerst an Taschen gedacht. Denn die Schneiderinnen im Laden an der Solinger Straße 63 stellen aus Kaffeebohnensäcken Taschen her.

Etwa seit einem dreiviertel Jahr produziert Elke Sommerfeld gemeinsam mit zwei Mitarbeiterinnen und einer Auszubildenden die originellen Taschen. Die Idee kam von ihrer Chefin Dorothea Domasik, die seit einigen Jahren den Fachbereich für Beschäftigungsförderung im Sozialdienst katholischer Frauen (SkF), unter anderem mit dem Projekt "ProDonna", leitet.

Bei "ProDonna" werden gespendete Waren aus zweiter Hand vertrieben, die vor dem Verkauf entsprechend aufbereitet werden. Und da das Thema "Upcycling" (Wiederverwertung in aufgepeppter Version) bei Domasik und ihren Mitarbeitern schon seit jeher eine große Rolle spielt, lagen Taschen aus Kaffeebohnensäcken nicht besonders fern.

Bereits seit Anfang dieses Jahres werden bei "ProDonna" Stoffbeutel gefertigt, die die umweltschädlichen Plastiktüten ersetzen sollen. Inzwischen lassen sich neben diesen Beuteln nun auch lauter unterschiedliche Modelle der Kaffeesäcke in neuer Form in dem Laden finden.

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Während einige dieser Taschen komplett aus Jute bestehen,weisen andere auch Stoffelemente auf. Bei diesen handelt es sich natürlich ebenso um recyceltes Material wie bei den Gurten und Schnallen an den Taschen. Die Klappen der Taschen sind bei jedem Modell aus Kaffeesack.

Aus dem Material lassen sich allerdings weit mehr als nur Handtaschen verschiedenster Art herstellen. "Erst vor kurzem haben wir auf Wunsch eines Kunden eine Laptop-Tasche aus Kaffeesäcken gefertigt", berichtet die 49-jährige Sommerfeld. Auch Sitzsäcke wurden bei "ProDonna" schon produziert. "Im Grunde genommen ist fast alles aus Kaffeesäcken zu machen", sagt Sabina Kirchheim, die seit vier Jahren als Änderungsschneiderin bei "ProDonna" angestellt ist.

Allerdings ist die Anfertigung aus Kaffeesack zum Teil sehr aufwendig, was bei den Handtaschen der Fall ist. So sind pro Schnittteil drei Lagen erforderlich, damit die Tasche auch entsprechend stabil ist. "Jedes Schnittteil muss exakt aufeinander gebracht, gebügelt und geklebt werden", erklärt Sommerfeld. Zudem würden sie das Paspelband selbst fertigen, was andere Taschen, wie eine Patchwork-Tasche, gar nicht benötigen.

Dieser große Arbeitsaufwand sei auch der Grund für die hohen Preise der Taschen. Je nach Größe kosten diese immerhin zwischen 70 und 85 Euro. Viele Kunden seien zwar begeistert von den Taschen aus den Kaffeebohnensäcken, aber der Preis würde dann doch viele vom Kauf abhalten.

"Dabei ist jede Tasche ein Einzelstück", betont Kirchheim. "Das ist schon allein aufgrund der Materialien garantiert, denn die Stoffe, die uns die Kunden liefern, reichen immer nur für eine Tasche."

In jedem Fall liegt "ProDonna" mit dem Produkt voll im Trend. Die Schauspielerin Jessica Biel hat gar eine eigene Handtaschen-Kollektion aus den Kaffeebohnensäcken kreiert. Und ganz nebenbei sind diese Taschen an Umweltfreundlichkeit kaum zu übertreffen. Worin einst Kaffeebohnen zuhause waren, werden nun Lippenstifte und andere Dinge, die Frau so braucht, beherbergt.

(ska-)