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Langenfeld: Förderverein sammelt für Tims Delfin-Therapie

Langenfeld : Förderverein sammelt für Tims Delfin-Therapie

Der Förderkreis ZNS hat in 26 Jahren 700 000 Euro an Menschen mit geschädigtem Nervensystem gespendet.

Eigentlich wollte er ja auch das WM-Finale bis zu Ende gucken. "Aber dann bin ich vor dem Tor eingeschlafen", berichtet Tim Steinberg den Gästen, die sich im Konferenzraum der Stadtwerke versammelt haben. Es geht um ihn, um Tim, den Achtjährigen, der nach einem Tumor am Fossa Posterior Syndrom leidet. Als die Mitstreiter des Langenfelder Förderkreises ZNS, der sich für Unfallverletzte mit geschädigtem Zentralen Nervensystem einsetzt, Tim zum letzten Mal gesehen haben, da konnte er gar nicht laufen, und auch seine Aussprache war ganz schlecht. Jetzt hat Tim einen gewaltigen Schritt nach vorne gemacht, findet auch CDU-Bundestagsabgeordnete Michaela Noll.

Der ZNS-Verein übergab Tim und seiner Mutter Marion Steinberg einen Scheck über 7000 Euro. So kann Tim die Delfin-Therapie, die ihm sehr gut tut, weiterführen. Am 18. November fliegen der Achtjährige und seine Mutter für drei Wochen nach Curacao, um mit den Delfinen zu arbeiten. Die Krankenkassen bezahlen solch eine Therapie nicht. "Da war es für uns keine Frage, ob wir Tim und seine Mutter unterstützen", sagt der ZNS-Förderkreis-Vorsitzende Wolfgang Schapper.

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Er hat mal zusammengerechnet, wie viel Geld der Verein in den zurückliegenden 26 Jahren eingesammelt und für Menschen mit geschädigtem Zentralen Nervensystem ausgegeben hat: rund 700 000 Euro. Das sollte reichen, meint Schapper, der bereits beim Benefizkonzert der Bundeswehr-Big-Band zugunsten des Langenfelder Förderkreises ZNS ankündigte, dass er sein Ehrenamt nach 26 Jahren ab sofort nicht mehr an vorderster Stelle ausüben will. Den Rückzug habe er schon länger erwogen, um einem Jüngeren Platz zu machen. Auch wenn ein Nachfolger noch nicht feststehe, wolle er nun kürzer treten, sagte Schapper.

Günter Öxmann ist für den Ablauf der Veranstaltungen zuständig. Besuchermäßig waren das ZNS-Fest und der Big-Band-Abend nicht ganz so erfolgreich, "aber wir haben ja zum Glück immer was in der Hinterhand", verrät Noch-Vorsitzender Schapper. "Die Sponsoren haben uns in den 26 Jahren nicht im Stich gelassen." Vor allem Sparkasse und Stadtwerke seien da zu erwähnen.

Einen weiteren Batzen vom eingesammelten Geld erhielt gestern der Förderverein Behinderten-Sportgemeinschaft Langenfeld, dessen Vorsitzender Karl-Heinz Eckstein gekommen war, um den 5000-Euro-Scheck abzuholen. Das Geld wird unter anderem dazu benötigt, Rollstühle für sportliche Tätigkeiten umzurüsten.

Für Michaela Noll ist es wichtig, dass das in Langenfeld eingesammelte Geld auch in Langenfeld bleibt. Sie hofft, dass der Verein einen ebenso guten Spendensammler wie Wolfgang Schapper findet. Der sagt, dass er schon einige Male mit möglichen Nachfolgern auf Spenden-Sammeltour gegangen ist. Doch an sein Geschick kommt so schnell keiner ran.

Die Mutter von Tim, Marion Steinberg, weiß aus Erfahrung, wie schwer es ist, ein krankes Kind zu haben. Sie rät Familien in ähnlichen Situationen, an die Öffentlichkeit zu gehen. "Die Krankenkassen sind auf die Schulmedizin abgestimmt. Aber Kinder brauchen den Spaß, den tier-gestützte Therapien mit sich bringen", sagt sie.

(RP)