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Monheim: Förderschüler müssen bald nach Immigrath

Monheim : Förderschüler müssen bald nach Immigrath

Betroffen von der "Dependance-Lösung" sind 77 Schüler mit den Förderschwerpunkten Lernen und Seelische/Emotionale Entwicklung.

Die Förderschullandschaft im Kreis Mettmann befindet sich derzeit im Umbruch. So ist zwar beschlossene Sache, dass Kinder aus Langenfeld und Monheim mit den Förderschwerpunkten Lernen, Sprache und seelische Entwicklung ab dem Schuljahr 2016/7 im Förderzentrum Süd beschult werden sollen, aber weder gibt es bereits ein fertiges pädagogisches Konzept, noch steht fest, wie die vorhandenen Kollegien auf die beiden Standorte Krischerstraße (Monheim) und Fahlerweg (Käthe-Kollwitz-Hauptschule, Langenfeld) - und in welcher Stärke - verteilt werden. Unklar ist ferner, ob das neue Zentrum zum Start im Sommer 2016 den bisherigen Standort für Schüler der Sekundarstufe 1 an der Geschwister-Scholl-Schule aufgeben oder für eine einjährige Übergangszeit weiter nutzen wird -bis der Mietvertrag ausläuft.

Auch ist bereits jetzt absehbar, dass das Prinzip der wohnortnahen Beschulung, das der Kreis mit der Gründung der Förderzentren verfolgt, im Süden nicht konsequent eingehalten werden kann. "Das Gebäude an der Krischerstraße ist zu klein, um auch noch die Monheimer Schüler der Sekundarstufe aufzunehmen", erklärt Monika Mulders, künftige Leiterin des Förderzentrums. Es gebe dort auch nicht die nötigen Fachräume. 77 Schüler mit den Förderschwerpunkten Lernen und Seelische/Emotionale Entwicklung werden daher in die Langenfelder Dependance pendeln müssen. Die Schule am Fahlerweg biete alle erforderlichen Fachräume, überhaupt sei die Gebäudesubstanz sehr gut, sagt Dirk Breuer, jetzt noch stellvertretender Schulleiter der Paul-Maar-Schule in Monheim. Er wird die Dependance in Langenfeld als stellvertretender Leiter des Förderzentrums leiten.

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Ein Grobkonzept für das Förderzentrum sei von allen Förderschulleitungen des Kreises gemeinsam entwickelt worden, um alle Expertisen aus den drei Förderbereichen einfließen zu lassen, sagt Mulders. Erst aber wenn ab Herbst das Kollegium benannt sei, könne man dieses Konzept verfeinern und mit Inhalten füllen. "So ein Konzept lebt mit den Leuten, die die Schule gestalten." Die bisherige Trennung der Förderschwerpunkte habe sich ohnehin überlebt, weil viele Schüler mit vielschichtigen Förderbedarfen ankämen, sagt Breuer. Allerdings haben gerade die Eltern der Paul-Maar-Schule die Befürchtung geäußert, dass mit der Umstrukturierung die wertvolle sonderpädagogische Expertise gerade im Umgang mit autistischen Kindern auf der Strecke bleiben könnte.

Generell hätten Veränderungen wie Umzüge schädliche Auswirkungen auf die Psyche der Kinder. Auch hoffen die Eltern, dass die Förderung in kleinen Gruppen fortgeführt wird. "Die Eltern haben unsere Schule ja bewusst angesteuert. Im Gegenteil zu früher, wo Förderschulen eher verhasst waren, erleben wir jetzt eine gegenläufige Bewegung: Das Bild ist positiv", sagt Breuer.

Das Landesministerium hat inzwischen die Lehrerschlüssel neu bemessen: Während sich das Verhältnis mit 9,92 Schülern pro Lehrkraft im Bereich Sprache, emotionale Entwicklung verschlechtert hat, wurde der Schlüssel beim Förderschwerpunkt Lernen verbessert.

(RP)